Siemens will sich in Telefonsparte von 7000 Mitarbeitern trennen
Am morgigen Dienstag will der Konzern laut Medienberichten den BetriebsrÀten seine PlÀne vorlegen. Einige Einzelheiten sind heute schon durchgesickert.
Der Siemens-Konzern will sich in seiner zum Verkauf stehenden Telekommunikationssparte SEN von deutlich mehr BeschĂ€ftigten trennen als zunĂ€chst bekannt. Insgesamt stehen weltweit rund 7000 ArbeitsplĂ€tze zur Disposition, hieĂ es heute laut dpa in Unternehmenskreisen. In Deutschland will Siemens rund 2000 ArbeitsplĂ€tze streichen, weitere 2000 Stellen im Ausland. ZusĂ€tzlich sollen rund 3000 ArbeitsplĂ€tze durch Partnerschaften oder Auslagerungen wegfallen. Insgesamt beschĂ€ftigt die Sparte weltweit rund 17.500 Mitarbeiter. Ein Siemens-Sprecher wollte sich nicht dazu Ă€uĂern. Bisher war lediglich bekannt geworden [1], dass Siemens in Deutschland 3000 ArbeitsplĂ€tze streichen wolle. Die KonzernfĂŒhrung will laut Medienberichten die PlĂ€ne am morgigen Dienstag den BetriebsrĂ€ten vorstellen.
Verkaufte Siemens frĂŒher vor allem Hardware in Form von Telefonanlagen, ist heute in erster Linie Software gefragt. Daher ist nach EinschĂ€tzung in Unternehmenskreisen ein Teil der Stellen ĂŒberflĂŒssig geworden. Vor allem das Werk in Leipzig, in dem GerĂ€te fĂŒr Firmentelefonanlagen produziert werden, sei angesichts hoher Kosten betroffen, berichtet [2] die Financial Times Deutschland (FTD). Zudem habe Siemens im Vergleich zu Wettbewerbern wie Cisco und Nortel mit deutlich höheren Kosten zu kĂ€mpfen. Daher war ein Stellenabbau bei SEN erwartet worden â nur von Gewerkschaftsseite nicht in dieser GröĂenordnung. Bisher war die IG Metall von 600 Stellen ausgegangen, die zur Disposition stehen.
Die Entscheidung von Siemens, selbst die Sanierung anzugehen, hat auch politische GrĂŒnde. Man wolle kein zweites BenQ [3], heiĂt es laut FTD zur BegrĂŒndung in Konzernkreisen. Siemens hatte seine Mobiltelefonsparte 2005 inklusive eines Zuschusses von 413 Millionen Euro an den taiwanischen Hersteller BenQ abgegeben. Ein Jahr spĂ€ter stellte sie einen Antrag [4] auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens. (anw [5])
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[1] https://www.heise.de/news/Gewerkschaft-fordert-Klarheit-ueber-Stellenabbau-bei-Siemens-183031.html
[2] http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Siemens%20Stellen/322193.html
[3] https://www.heise.de/news/IG-Metall-Kein-zweites-BenQ-mit-Siemens-Festnetzsparte-riskieren-180257.html
[4] https://www.heise.de/news/BenQ-Mobile-hat-Insolvenzantrag-gestellt-Update-166913.html
[5] mailto:anw@heise.de
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