zurück zum Artikel

Siemens entlässt auch in München

Torge Löding

Der Stellenabbau bei der Netzwerk-Sparte ICN betrifft entgegen den Erwartungen auch die deutschen Standorte.

Das Krisenmanagement [1] bei Siemens kostet jetzt noch einmal 2.300 Arbeitsplätze in München. Die Financial Times Deutschland [2] berichtet unter Berufung auf Gewerkschaftskreise, der Konzern plane einen Stellenabbau in dieser Höhe bei der Sorgensparte [3] Netztechnik (ICN) in der Zentrale im Werk Hofmannstraße. Die betroffenen Mitarbeiter an dem Standort -- zurzeit arbeiten dort mehr als 7.000 Beschäftigte -- sollen in eine Beschäftigungsgesellschaft übergehen. Solche Gesellschaften sind zumeist Wartehallen zur Arbeitslosigkeit.

Insgesamt plant ICN einen Abbau von 16.500 Stellen -- etwa einem Drittel seiner Belegschaft. Spartenchef Thomas Ganswindt hatte radikale Einschnitte angekündigt -- Betriebsräte und Gewerkschaften hatten bislang allerdings darauf gesetzt, dass in Deutschland kaum Stellenabbau betrieben werde. Nun ist mit Protesten der Arbeitnehmervertreter zu rechnen.

Die Investitions-Flaute auf dem Telecom-Markt hat die Netzwerk-Sparte besonders stark betroffen: ICN verbuchte im dritten Quartal einen Verlust vor Steuern von 84 Millionen Euro. Bislang sichere Aufträge -- unter anderem von der Deutschen Telekom -- drohen wegzubrechen oder sind bereits storniert. (tol [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-56659

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Siemens-Stellenstreichungen-bei-IT-Dienstleistungstochter-66025.html
[2] http://www.ftd.de
[3] https://www.heise.de/news/Umsatzrueckgang-bei-Siemens-65423.html
[4] mailto:tol@heise.de