Siemens baut 1350 ArbeitsplÀtze ab [Update]
Rund 600 der betroffenen Stellen sollen in Deutschland wegfallen, davon 400 in MĂŒnchen sowie 200 in Berlin.
Nur einen Tag nach dem Amtsantritt [1] des neuen Vorstandschefs Klaus Kleinfeld hat der Elektrokonzern Siemens PlĂ€ne fĂŒr einen Abbau von 1350 Stellen im gröĂten Bereich Communications verkĂŒndet. Ein entsprechendes Konzept sei am gleichen Tag im Wirtschaftsausschuss vorgestellt worden, teilte das Unternehmen heute in MĂŒnchen mit. Mit den PlĂ€nen reagiere man auf die unverĂ€ndert schwierigen Rahmenbedingungen und den Kostendruck im FestnetzgeschĂ€ft. Der Siemens-Gesamtbetriebsrat kĂŒndigte Widerstand gegen die PlĂ€ne an.
Rund 600 der betroffenen ArbeitsplĂ€tze sollen nach Unternehmensangaben in Deutschland wegfallen, davon 400 in MĂŒnchen sowie 200 in Berlin. Hinzu kĂ€men weitere 650 Stellen in Vertriebsregionen auĂerhalb Deutschlands, hieĂ es. Der bereits bekannte Abbau von 100 Jobs bis in zentralen Funktionen des Bereichs an zwei MĂŒnchner Standorten bis 2006 sei schon im Gang. "Der geplante Stellenabbau ist nicht zwingend mit Entlassungen gleichzusetzen", erklĂ€rte der Chef der Sparte, Lothar Pauly. "Unser Ziel ist es, den betroffenen Mitarbeitern im Rahmen des Möglichen neue Aufgaben innerhalb von Siemens zu vermitteln oder sozialvertrĂ€gliche Lösungen zu finden." Dabei sei man "beratungsoffen". Auch ein Unternehmenssprecher betonte, die PlĂ€ne seien noch nicht beschlossen. "Das sind die GröĂenordnungen, ĂŒber die in den zustĂ€ndigen Gremien zu entscheiden sein wird."
Der Siemens-Gesamtbetriebsrat kĂŒndigte Gegenwehr an: Man habe gegen die PlĂ€ne des Unternehmens Widerspruch eingelegt und werde mit der Firmenleitung in Beratungen zum Erhalt der ArbeitsplĂ€tze eintreten. "Das Vertrauen der Mitarbeiter in die Firmenleitung und die Motivation der Mitarbeiter haben genug gelitten und dĂŒrfen jetzt nicht weiter strapaziert werden."
Siemens dagegen verwies auf die Marktsituation und einen entsprechenden Anpassungsdruck. Die erhoffte Wende auf dem Markt fĂŒr Festnetztechnik sei bislang ausgeblieben, hieĂ es. "ĂberkapazitĂ€ten erfordern auch Anpassungen bei den Mitarbeiterzahlen im GeschĂ€ftsgebiet Fixed Networks." KĂŒnftig wolle man stĂ€rker auf eine gute Basis im KerngeschĂ€ft setzen und sich auf den Ausbau von Sprach- und Datenvermittlungssystemen konzentrieren. Hinzu kĂ€men Wachstumsfelder wie die Internet-Telefonie, Home Entertainment oder Anwendungen und Dienstleistungen fĂŒr Breitbandnetze.
Konkretere PlĂ€ne fĂŒr das problematische Handy-GeschĂ€ft des Konzerns wurden unterdessen nicht bekannt. Im abgelaufenen ersten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2004/05 machte die Sparte einen Verlust von 143 Millionen Euro nach einem Gewinn von 64 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der bisherige Konzernchef Heinrich von Pierer, der sich am Vortag in den Aufsichtsrat verabschiedet hatte, deutete an, dass eine SchlieĂung nicht die bevorzugte Option ist. "Da sind auch groĂe Werte da." (dpa) / (anw [2])
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