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Siemens-AffÀre weitet sich aus

Mitglieder des Zentralvorstands gehören aber nicht zu den Beschuldigten in der FinanzaffÀre bei dem Elektrokonzern; auch Siemens selbst betonte, dass Vorstandschef Klaus Kleinfeld von der Staatsanwaltschaft nur als Zeuge gesehen werde.

Die FinanzaffĂ€re bei Siemens nimmt grĂ¶ĂŸere Dimensionen an. Auch die Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass deutlich mehr [1] als die bisher angenommen 20 Millionen Euro veruntreut und ins Ausland gebracht wurden. "Von einem dreistelligen Millionenbetrag gehen wir noch nicht aus", sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am heutigen Montag in MĂŒnchen. Es seien aber grĂ¶ĂŸere Summen auf auslĂ€ndischen Konten eingefroren. In der FinanzaffĂ€re sind die Ermittler nach eigenen Angaben bis in die Vorstandsetage bei Siemens vorgedrungen. Die VorstandsbĂŒros seien bei der Großrazzia vergangene Woche durchsucht worden. Allerdings gehörten Mitglieder des Zentralvorstands nicht zu den Beschuldigten.

Auch das Unternehmen selbst betonte, dass Vorstandschef Klaus Kleinfeld von der Staatsanwaltschaft nur als Zeuge gesehen werde. Er sei bisher auch nicht vernommen worden. Im Umfeld des Konzerns wurde zudem betont, die Ermittlungen konzentrierten sich auf einen Zeitraum um das Jahr 2002 herum, in dem Kleinfeld noch Siemens-Chef in den USA gewesen sei.

Die FinanzaffĂ€re war in der vergangenen Woche bekannt geworden. Am Mittwoch durchsuchten mehr als 270 Polizeibeamte, StaatsanwĂ€lte und Steuerfahnder in einer groß angelegten Razzia [2] die Konzernzentrale in MĂŒnchen und insgesamt rund 30 weitere Siemens-Standorte in Deutschland und Österreich. Bei den Ermittlungen geht es um UnregelmĂ€ĂŸigkeiten in der Siemens-Festnetzsparte Com [3], die derzeit aufgelöst wird. Das veruntreute Geld soll möglicherweise fĂŒr Schmiergeldzahlungen im Ausland eingesetzt worden sein.

Im Zuge der Ermittlungen waren auch fĂŒnf Personen festgenommen worden, darunter auch ein ehemaliger Siemens-Bereichsvorstand, der derzeit GeschĂ€ftsfĂŒhrer einer Siemens-Tochter ist. Inzwischen ist ein Beschuldigter wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl sei außer Vollzug gesetzt worden, sagte Oberstaatsanwalt Winkler. Im Rahmen der Vernehmung habe sich herausgestellt, dass sein Tatbeitrag dies zulasse. Laut Branchenkreisen soll es sich dabei aber nicht um den hochrangigen Manager halten. Die vier weiteren Beschuldigten befinden sich noch in Haft. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft derzeit von einem Dutzend VerdĂ€chtigen aus, darunter befindet sich auch ein weiterer ehemaliger Siemens-Bereichsvorstand, der heute fĂŒr ein anderes Unternehmen arbeitet.

Siehe dazu auch:

(dpa) / (jk [12])


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[1] https://www.heise.de/news/Verdacht-auf-Siemens-Schmiergeld-in-dreistelliger-Millionenhoehe-119204.html
[2] https://www.heise.de/news/Grossrazzia-bei-Siemens-118134.html
[3] https://www.heise.de/news/Siemens-Razzia-Verdacht-der-Veruntreuung-im-Festnetzbereich-118350.html
[4] https://www.heise.de/news/Siemens-schon-lange-ueber-Affaere-informiert-119345.html
[5] https://www.heise.de/news/Verdacht-auf-Siemens-Schmiergeld-in-dreistelliger-Millionenhoehe-119204.html
[6] https://www.heise.de/news/Siemens-Finanzaffaere-Fuenf-Verdaechtige-bleiben-in-Haft-119053.html
[7] https://www.heise.de/news/Siemens-Affaere-weitet-sich-aus-Haftbefehle-gegen-Ex-Manager-118668.html
[8] https://www.heise.de/news/Siemens-Razzia-Verdacht-der-Veruntreuung-im-Festnetzbereich-118350.html
[9] https://www.heise.de/news/Grossrazzia-bei-Siemens-118134.html
[10] https://www.heise.de/news/Siemens-verteilt-die-Mitarbeiter-der-Com-Sparte-155935.html
[11] https://www.heise.de/news/Siemens-und-Nokia-legen-Sparten-fuer-Netzwerk-Ausruestung-zusammen-Update-133629.html
[12] mailto:jk@heise.de