Sicherheit ist Top-Thema
Ein halbes Jahr nach den TerroranschlÀgen in den USA steht das Thema Sicherheit auf der CeBIT erstmals im Mittelpunkt.
Ein halbes Jahr nach den TerroranschlÀgen in den USA steht das Thema Sicherheit auf der CeBIT erstmals im Mittelpunkt. An vielen StÀnden ist die Unbeschwertheit vergangener Jahre der Angst vor weltweitem Cyber-Terror gewichen.
In einer Umfrage der Unternehmensberatung Mummert & Partner [1] erklĂ€rten fast drei Viertel der CeBIT-Besucher die Computer-Sicherheit zum Top-Thema. Auch fĂŒr Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte das Thema am Mittwoch [2] auf der Messe oberste PrioritĂ€t.
WĂ€hrend den Softwareanbietern und Computerherstellern die Branchenkrise noch immer in den Knochen steckt, haben die Anbieter von Virenschutzprogrammen, biometrischen Gesichtserkennungssystemen und anderen Sicherheitslösungen seit einigen Monaten gut gefĂŒllte AuftragsbĂŒcher.
"Sicherheit hat im Jahr 2001 eine neue Bedeutung gewonnen", sagt der Vize-PrĂ€sident des Branchenverbandes Bitkom [3], Willi Berchtold. Nach EinschĂ€tzung des Verbandes sind mehr als die HĂ€lfte der Unternehmen in Deutschland schon einmal einem Angriff durch Computerviren zum Opfer gefallen. Trotzdem haben sie die Bedrohung jahrelang nicht ernst genug genommen und ihr Geld stattdessen lieber in aggressives Wachstum gesteckt. Vor allem kleinere Unternehmen haben nach EinschĂ€tzung von Berchtold noch immer groĂen Nachholbedarf.
Der Chef von IBM Deutschland, Erwin Staudt [4], forderte die Unternehmen zu stĂ€rkerem Engagement auf. Das mangelnde VerstĂ€ndnis fĂŒr die AnfĂ€lligkeit von Netzwerken in kleinen und mittleren Unternehmen sei die "Achillesferse" in deutschen Firmen. "Die Sicherheit muss Chefsache werden."
Neben Software und Lösungen fĂŒr die Netzwerksicherheit stehen vor allem biometrische Kontrollen hoch im Kurs. Anstelle von PIN-Nummern und Passwörtern erkennen diese Systeme die Benutzer anhand von körpereigenen Merkmalen wie Gesichtsform, Iris oder Fingerabdruck. Auf der CeBIT sind unter anderem Tastaturen mit eingebauter Fingerabdruck-Kontrolle und Personenschleusen mit Gesichtserkennung zu sehen. In SĂŒdostasien sollen bereits in den nĂ€chsten Jahren Personalausweise mit biometrischen Merkmalen [5] eingefĂŒhrt werden.
Aber auch private Nutzer haben keine Lust mehr darauf, sich ihre Computer durch immer neue Viren und E-Mail-WĂŒrmer verseuchen zu lassen. Auf der CeBIT stehen sie Schlange, um sich ĂŒber die neusten Virenschutzprogramme fĂŒr ihre Heim-PCs zu informieren. Das wachsende Interesse an der Sicherheit spiegelt sich auch schon auf dem Arbeitsmarkt wider. Experten fĂŒr die Sicherheit von Computern und Netzwerken gehören derzeit nach EinschĂ€tzung der Bitkom zu den gefragtesten Bewerbern ĂŒberhaupt. (Daniela Wiegmann, dpa) / (anw [6])
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[3] http://www.bitkom.org
[4] http://www-5.ibm.com/de/ibm/staudt/
[5] https://www.heise.de/news/Nach-Terroranschlaegen-gewinnt-Biometrie-Bedeutung-54136.html
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