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Sharp will Foxconn höheren Firmenanteil geben

Sharp kĂ€mpft ums Überleben und will unbedingt den Auftragsfertiger Foxconn als Partner gewinnen. Der Apple-Auftragsfertiger pocht jedoch auf bessere Konditionen und hat auch MĂŒhe, seinen AktionĂ€ren die Investition in eine verlustreiche Firma zu erklĂ€ren.

Der angeschlagene [1] japanische Elektronik-Konzern Sharp ist zu ZugestĂ€ndnissen bereit [2], um den lebenswichtigen Einstieg des Auftragsfertigers Foxconn zu retten. Sharp wĂŒrde Foxconn, die unter anderem fĂŒr Apple, HP, Sony und Amazon als Auftragsfertiger arbeiten, nun auch einen Anteil von mehr als zehn Prozent verkaufen, sagte ein ranghoher Manager dem Wall Street Journal. UrsprĂŒnglich sollte die Beteiligung unter zehn Prozent bleiben, weil AktionĂ€re ab dieser Schwelle in Japan mehr Rechte bekommen. Sie können unter anderem vor Gericht die Auflösung eines Unternehmens fordern.

Angesichts des drastischen Kurseinbruchs der Aktie sei auch Sharp inzwischen klar, dass ein Foxconn-Einstieg zu den ursprĂŒnglich vereinbarten Konditionen unmöglich geworden sei, sagte der Manager. Nach der Vereinbarung von MĂ€rz wollte Foxconn knapp zehn Prozent an Sharp kaufen, zum Preis von 550 Yen pro Aktie. Das sollte Sharp gut 66 Milliarden Yen (derzeit 623 Millionen Euro) einbringen. Das Papier notiert aber lĂ€ngst bei nur noch rund 170 Yen.

Sharp steht derzeit angesichts tiefroter Zahlen massiv unter Druck. Der Flachbild-TV-Pionier musste eingestehen, dass die Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe. FĂŒr das noch bis Ende MĂ€rz laufende GeschĂ€ftsjahr kĂŒndigte Sharp den zweiten riesigen Rekordverlust in Folge an. Das Minus dĂŒrfte 450 Milliarden Yen (fast 4,5 Milliarden Euro) erreichen. Schon im Jahr davor hatte Sharp gut 376 Milliarden Yen verloren.

Die desolate Finanzlage sei auch ein Hindernis fĂŒr den Foxconn-Deal, sagte der Sharp-Manager. Das Unternehmen aus Taiwan könne dadurch die Investition seinen AktionĂ€ren nur schwer schmackhaft machen. Laut einem japanischen Medienbericht redet Sharp inzwischen auch mit den Chipkonzernen Intel und Qualcomm ĂŒber einen Einstieg [3]. (jk [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1755678

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Sharp-erwartet-Rekordverlust-1741376.html
[2] http://online.wsj.com/article/SB10001424127887324851704578134804198578488.html
[3] https://www.heise.de/news/Bericht-Intel-und-Qualcomm-erwaegen-Einstieg-bei-Sharp-1749429.html
[4] mailto:jk@heise.de