Server-SSDs: Mehr MLC-Modelle und neue Kooperationen
Samsung und Seagate machen bei der Entwicklung von Server-SSDs gemeinsame Sache und planen wie auch Intel neue Server-SSDs mit Multi-Level-Cell- statt Single-Level-Cell-Flash.
Seagate [1] hat langjährige Erfahrung bei der Herstellung von Server-Festplatten, Samsung [2] neben dem Festplattengeschäft unter anderem auch die Flash-Speicherfertigung im eigenen Hause. Im Rahmen eines Lizenzaustausch-Abkommens wollen beide Festplattenhersteller nun gemeinsam die Entwicklung eines Controllers für Server-SSDs vorantreiben. Er soll in neuen Flash-Disks von Seagate zum Einsatz kommen, die dann mit Multi-Level-Cell-(MLC-)Speicherchips der 30-Nanometer-Klasse von Samsung bestückt sein sollen und 2012 auf den Markt kommen könnten.
Die heutige Ankündigung stützt den Trend, dass Anbieter von Server-SSDs bei neuen Modellen verstärkt auf MLC-NAND-Flash und nicht mehr auf das kostspielige SLC-Flash (Single-Level Cell) setzen, was den Disks zu höherer Speicherkapazität bei gleichzeitig geringeren Preisen verhilft. Die Schwächen von MLC-Flash – höhere Defektanfälligkeit, langsameres Tempo –, die bisher gegen ihren Einsatz in Server-Disks sprachen, wollen die Hersteller künftig durch intelligentere Controller kompensieren [3].
So plant etwa Intel [4], die nächste Generation Server-SSDs – womöglich schon im vierten Quartal – ebenfalls mit MLC-Flash auf den Markt zu bringen, spart sich aber den erwarteten Zwischenschritt mit besonders robusten 34-nm-MLC-Flashes [5] und schwenkt gleich auf 25-nm-MLC [6] um. Die Lyndonville-Disks soll es in Varianten mit 100, 200 und 400 GByte geben und sie sollen ihre Daten auch mit einem Hardware-Controller verschlüsseln können.
Etwas gegen den Strom schwimmt die Firma Micron [7], die für Oktober mit der P300 eine Servervariante der RealSSD mit SATA-6G-Schnittstelle angekündigt hat. Mit den schnelleren SLC-Chips soll die Disk die seit einiger Zeit erhältliche MLC-Variante der RealSSD (C300) [8] in puncto Transferraten und nochmals übertrumpfen und dann sequenzielle Transferraten von bis zu 360 MByte/s beim Lesen und 275 MByte/s beim Schreiben erreichen. Die Anzahl der maximal möglichen Ein-/Ausgabeoperationen (I/O Operationen pro Sekunde, IOPS) beziffert der Hersteller auf 44.000 (Lesen) respektive 16.000 (Schreiben). (boi [9])
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[1] http://www.seagate.com
[2] http://www.samsung.com
[3] https://www.heise.de/news/Robuste-und-schnelle-Server-SSDs-mit-MLC-statt-SLC-Flash-1024051.html
[4] http://www.intel.com
[5] https://www.heise.de/news/Besonders-robuste-MLC-NAND-Flash-Speicherchips-834182.html
[6] https://www.heise.de/news/NAND-Flash-Speicherchips-aus-der-25-Nanometer-Fertigung-919631.html
[7] http://www.micron.com
[8] https://www.heise.de/news/Schnelle-SSDs-von-Micron-875715.html
[9] mailto:boi@ct.de
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