zurück zum Artikel

Schon wieder Streit um Call-by-Call im Ortsnetz

Axel Vahldiek

Stadtnetzbetreiber fürchten sich vor reinen Verbindungsnetzbetreibern ohne eigene Präsenz vor Ort.

Kaum sind Einzelheiten [1] zur geplanten Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) und der darin enthaltenen Regelung des Call-by-Call im Ortsnetz [2] durchgedrungen, gibt es wieder neuen Streit [3]: Der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO [4]) beschwert sich darüber, dass es ab Dezember auch für Telekommunikationsunternehmen ohne nennenswerte eigene Infrastruktur möglich sei, im Ortsnetz Gespräche zu vermitteln, entweder im Preselection- oder im Call-by-Call-Verfahren, wie aus dem Fernnetz bekannt.

BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann sieht darin eine massive Bedrohung für Innovation und Arbeitsplätze in der Branche: Erst hätten die Stadtnetzbetreiber Infrastruktur mit Milliarden-Investitionen aufgebaut und nun könnten bald reine Verbindungsnetzbetreiber ohne eigene Präsenz vor Ort am Wettbewerb teilnehmen. Lüddemann: "Die neuen Anbieter setzen sich ins gemachte Nest und profitieren von den Aufbauleistungen anderer." Lüddemann zufolge profitiere auch der Verbraucher durch die Einführung von Call-by-Call im Ortsnetz nur wenig: "Die engen Margen bei Ortsgesprächen lassen eine Absenkung der Endkundenpreise in der Größenordnung wie bei Ferngesprächen nicht zu." (axv [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-55337

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Call-by-Call-im-Ortsnetz-nur-via-Telekom-55120.html
[2] https://www.heise.de/news/Wettbewerb-im-Ortsnetz-ab-Dezember-2002-45468.html
[3] https://www.heise.de/news/Telekom-verliert-Etappe-im-Streit-um-Call-by-Call-im-Ortsnetz-55005.html
[4] http://www.breko.org
[5] mailto:axv@ct.de