Samsung erwartet auf absehbare Zeit keine Erholung im DRAM-GeschÀft
Anders als viele Konkurrenten hat der weltgröĂte DRAM-Hersteller bisher nicht mit gedrosselter Produktion auf den anhaltenden Preisverfall der Speicherchips reagiert. Nun schraubt aber auch Samsung seine Absatzerwartungen im DRAM-GeschĂ€ft zurĂŒck.
Anders als viele Konkurrenten hat der weltgröĂte DRAM-Hersteller bisher nicht mit gedrosselter Produktion auf den anhaltenden Preisverfall der Speicherchips reagiert. Nun schraubt aber auch Samsung seine Absatzerwartungen im DRAM-GeschĂ€ft zurĂŒck, berichtet das Wall Street Journal. "Das Schlimmste steht uns noch bevor", kommentierte Woosik Chu, Executive Vice President Investor Relations bei Samsung [1], anlĂ€sslich der Bekanntgabe der neuen Prognosen.
Anstatt einer Steigerung der DRAM-Verkaufszahlen ("Bit Growth") von rund 100 Prozent fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr geht der sĂŒdkoreanische Konzern nun nur noch von einem Plus von etwa 90 Prozent aus. Damit lege endlich auch Samsung eine realistischer EinschĂ€tzung der Marktentwicklung an den Tag, betonte Min-Hee Lee, Analyst bei Dongbu Securities: "Das ursprĂŒngliche Ziel, die DRAM Bit Growth verdoppeln zu wollen, war völlig ĂŒberzogen." Auf den UmsatzrĂŒckgang [2] im Zuge des anhaltenden Preisverfalls [3] hatten zahlreiche DRAM-Hersteller mit gedrosselter Produktion [4] reagiert â darunter beispielsweise Elpida, Powerchip Semiconductor (PSC) und die Nummer zwei der Branche, Hynix [5].
Hart getroffen von der Krise wurde der amerikanische Hersteller Micron, der nach Verlusten in Milliardenhöhe [6] die Entlassung von rund 2700 Mitarbeitern ankĂŒndigte und zudem seine FertigungskapazitĂ€ten zurĂŒckfahren will. Auch die Infineon-Tochtergesellschaft Qimonda trennt sich von Tausenden Angestellten und plant den Ausstieg aus der 200-mm-Fertigung [7]. Zudem verkaufte Qimonda [8] seine Beteiligung am Joint Venture Inotera an Micron. Unterdessen ist ein Ende der Krise nicht absehbar. Samsung-Manager Chu erwartet frĂŒhestens in der zweiten JahreshĂ€lfte 2009 eine Besserung â und auch das sei mehr ein Wunsch, als eine realistische EinschĂ€tzung. WĂ€hrend Samsung am Investitionsvolumen von 12,5 Billionen Won (rund 9,56 Milliarden US-Dollar) fĂŒr das laufende Jahr festhalte, wolle der Konzern sein kĂŒnftiges Budget den Marktgegebenheiten anpassen â ohne jedoch zu riskieren, gegenĂŒber Wettbewerbern ins Hintertreffen zu geraten.
Siehe dazu auch:
- Qimonda will 3000 ArbeitsplÀtze abbauen [9]
- Micron baut nach Milliardenverlust 2700 Stellen ab und schlieĂt Flash-Fab [10]
- Mehrere DRAM-Hersteller drosseln ihre Speicherchipproduktion [11]
- Hynix leidet unter Umsatzschwund und wachsenden Verlusten [12]
- Deutliche UmsatzrĂŒckgĂ€nge bei allen DRAM-Herstellern [13]
(map [14])
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[4] https://www.heise.de/news/Mehrere-DRAM-Hersteller-drosseln-ihre-Speicherchipproduktion-204957.html
[5] https://www.heise.de/news/Hynix-leidet-unter-Umsatzschwund-und-wachsenden-Verlusten-191993.html
[6] https://www.heise.de/news/Micron-baut-nach-Milliardenverlust-2700-Stellen-ab-und-schliesst-Flash-Fab-210460.html
[7] https://www.heise.de/news/Qimonda-will-3000-Arbeitsplaetze-abbauen-210909.html
[8] https://www.heise.de/news/Qimonda-verkauft-Beteiligung-an-Inotera-an-Micron-210885.html
[9] https://www.heise.de/news/Qimonda-will-3000-Arbeitsplaetze-abbauen-210909.html
[10] https://www.heise.de/news/Micron-baut-nach-Milliardenverlust-2700-Stellen-ab-und-schliesst-Flash-Fab-210460.html
[11] https://www.heise.de/news/Mehrere-DRAM-Hersteller-drosseln-ihre-Speicherchipproduktion-204957.html
[12] https://www.heise.de/news/Hynix-leidet-unter-Umsatzschwund-und-wachsenden-Verlusten-191993.html
[13] https://www.heise.de/news/Deutliche-Umsatzrueckgaenge-bei-allen-DRAM-Herstellern-204793.html
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