SWIFT errichtet Rechenzentrum in der Schweiz
Auf neutralen Boden will die SWIFT ihr neues Datacenter bauen, das den USA den Zugriff auf den europÀischen Zahlungsverkehr entziehen soll.
Die genossenschaftlich organisierte Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications (SWIFT [1]) errichtet nach einem Bericht der Neuen ZĂŒrcher Zeitung [2] ein Rechenzentrum im Einzugsgebiet von ZĂŒrich. Dieses Rechenzentrum soll die Daten des europĂ€ischen Zahlungsverkehrs spiegeln, der im niederlĂ€ndischen Zouterwoude abgewickelt wird. Die dort anfallenden Daten werden bislang im US-amerikanischen Culpeper gespiegelt. Der anhaltende Zugriff von US-Behörden auf diese Daten war der im belgischen La Hulpe angesiedelten Genossenschaft ein Dorn im Auge. Bereits im vergangenen Oktober entschloss sich die SWIFT [3], die EU-Daten dem Zugriff der amerikanischen Behörden zu entziehen.
Ausschlaggebend fĂŒr den Standort bei ZĂŒrich sei die VerfĂŒgbarkeit von ausgereichend geschulten IT-Spezialisten aus der Bankenwelt gewesen, zudem die StabilitĂ€t der Stromversorgung und die Tatsache, dass entsprechend der Genossenschaftsregeln kein Regierungszentrum in der NĂ€he angesiedelt ist, heiĂt es in dem Zeitungsbericht. AuĂerdem sei das schweizerische Bankgeheimnis wichtig gewesen, obwohl es in der Pressemeldung zum Rechenzentrum nicht erwĂ€hnt werde. Das neue Rechenzentrum soll ohne Baukosten des Hochsicherheitstraktes 153 Millionen Euro kosten und 2012 seinen Betrieb aufnehmen. Mit dem Rechenzentrum sollen nach Angaben von SWIFT 50 ArbeitsplĂ€tze geschaffen werden. (Detlef Borchers)/ (ea [4])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-193768
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.swift.com/
[2] http://www.nzz.ch/
[3] https://www.heise.de/news/SWIFT-entzieht-EU-Daten-dem-einfachen-Zugriff-durch-die-USA-182018.html
[4] mailto:ea@ct.de
Copyright © 2008 Heise Medien