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SPD-Sozialministerin mahnt schnellere Kinderporno-Sperren an [Update]

Hartmut Gieselmann

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) wirft der CDU/CSU eine Verzögerungstaktik beim "Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen" vor.

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) hat kritisiert, dass das Gesetz ĂŒber Internet-Sperren bei Kinderpornografie noch nicht in Kraft ist. "Das Hin und Her haben zwei von der Union gefĂŒhrte Ministerien zu verantworten", sagte die Familienexpertin im Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier der Passauer Neuen Presse in einem Interview [1] am Samstag. "FĂŒr diese HĂ€ngepartie habe ich nicht das geringste VerstĂ€ndnis. Das hĂ€lt einen besseren Kinderschutz auf."

Zuvor hatte der frĂŒhere Bundesverfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem verfassungsmĂ€ĂŸige Bedenken am "Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen" geĂ€ußert [2]. Auch beim Kampf gegen Kinderpornographie mĂŒsse sich der Gesetzgeber an rechtsstaatliche Grenzen halten, sagte Hoffmann-Riem. Das von dem CSU-Politiker Karl Theodor zu Guttenberg gefĂŒhrte Wirtschaftsministerium hat das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz [3] vorsorglich der EU-Kommission gemeldet, um jeden Zweifel an der Rechtssicherheit auszuschließen.

Doch auch innerhalb der SPD ist das Gesetz ĂŒber die Internet-Sperren umstritten [4]. Das Familienministerium stellte klar [5], dass sich die Bundesregierung zur "Vermeidung von Verzögerungen" "einmĂŒtig" entschlossen habe, den Gesetzesentwurf "vorsorglich" in BrĂŒssel vorzulegen. Dies sei "zĂŒgig" geschehen, nachdem der endgĂŒltige Entwurfstext feststand. Wegen des nun stattfindenen Notifizierungsverfahrens [6] bei der EU konnte das Gesetz nicht wie zunĂ€chst geplant [7] am 1. August, sondern wird voraussichtlich erst zum 1. November in Kraft treten. (dpa) (hag [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-750445

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-24935537&Ressort=pol&BNR=0
[2] https://www.heise.de/news/Neue-Zweifel-an-Verfassungsmaessigkeit-gesetzlicher-Web-Sperren-749249.html
[3] https://www.heise.de/news/Gesetz-zu-Web-Sperren-passiert-den-Bundesrat-6091.html
[4] https://www.heise.de/news/Streitfall-Web-Sperren-entzweit-die-SPD-750185.html
[5] https://www.heise.de/news/Zypries-Web-Sperren-koennen-nicht-auf-Vertragsbasis-aktiviert-werden-750001.html
[6] http://ec.europa.eu/enterprise/tris/pisa/app/search/index.cfm?fuseaction=pisa_notif_overview&iYear=2009&inum=371〈=DE&sNLang=DE&CFID=3481602&CFTOKEN=5b6c800abe70bab5-D778336A-F377-470D-DCE52F72E00E5DF8
[7] https://www.heise.de/news/Startprobleme-beim-Netzsperren-Gesetz-748787.html
[8] mailto:hag@ct.de