SC09: IBM powert mit Power7
IBM stellt das "Motherboard" für Power7-Supercomputer vor und gibt Prozessortakt, Leistungsbedarf und weitere Details bekannt.
Mit 150 Kilogramm "Lebendgewicht" präsentiert sich IBMs neues "Motherboard" für den Power7 [1] als einer der Mittelpunkte der Ausstellung zur Supercomputing 09 ausgesprochen gewichtig: 8 Prozessormodule, 8 Hubs mit einer aggregierten Transferleistung von 1 TByte/s (10-GBit/s-Links, optisch) und 128 Speicherfassungen für bis zu 4 Terabyte RAM, 17 PCI-Express-Slots, redundante DC-DC-Stromversorgung für eine Anschlussleistung von rund 10 Kilowatt – und kaum Lüfter an Bord, denn alles ist flüssigkeitsgekühlt. Sogar die DDR3-Speichermodule werden von Kupferleitungen durchzogen.
Jedes Power7-Prozessormodul beherbergt vier Prozessoren mit jeweils acht Kernen, kann mit einer Datentransferrate von 512 GByte/s auf den Speicher zugreifen und nimmt bis zu 800 Watt Leistung auf. Dank vier Gleitkommaeinheiten pro Kern und mithin 8 Flops pro Takzyklus und Kern (Fused Multiply-Accumulate, FMAC) kommt das Prozessormodul bei 4 GHz Taktfrequenz auf eine theoretische Spitzenleistung von 1 Teraflops (Dual Precision, DP). Jeder Kern beherrscht zudem Vierfach-Multithreading, sodass der der ganze "fette Knoten" mit 256 Kernen auf 1024 Threads kommt und 8 TFlops leisten kann. Normalerweise wird er aber in kleinere Knoten partitioniert. Das über drei Tonnen schwere "Datacenter in the Rack" kann zwölf solcher sogenannter "Drawers" (Schubladen) aufnehmen sowie zwei Storage-Knoten und die Wasserkühleinheit (WCU). Es nimmt bis zu 140 kW auf und schafft eine Spitzenleistung von 96 TFlops. Bei einer angenommenen Effizienz von 80 Prozent käme es im Linpack-Benchmark auf etwa 77 TFlops und mithin auf 550 MFlops/Watt – und wäre damit etwas besser als das Bladecenter QS22 mit PowerXCell 8i.
Im Verlauf des nächsten Jahres soll das erste größere Demo-System mit Power7 aufgebaut werden. Der bestellte Supercomputer Blue Waters [2] am National Center for Supercomputing Applications (NCSA [3]) in Illinois wird 110 solcher Racks besitzen und soll damit eine Spitzenperformance von über 10 PFlops erreichen. Das von der National Science Foundation (NSF) mit 208 Millionen US-Dollar finanzierte System soll 2011 ausgeliefert werden.
Zur Supercomputing-Konferenz 2009 und den technischen Highlights siehe auch:
- SGI stellt Altix UV gegen Cray XT6 [4]
- Supercomputerkonferenz setzt neue Maßstäbe [5]
- Intel demonstriert Larrabee mit über 1 Teraflops [6]
- Tesla-Rechenkarten mit Fermi-Chips [7]
- AMD Opteron erobert Spitzenposition der Supercomputer [8]
(as [9])
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[1] https://www.heise.de/news/Hot-Chips-Power7-IBMs-naechster-Server-Chip-753085.html
[2] https://www.heise.de/news/NCSA-bekommt-Petascale-Supercomputer-161336.html
[3] http://www.ncsa.uiuc.edu/
[4] https://www.heise.de/news/SC09-SGI-stellt-Altix-UV-gegen-Cray-XT6-862593.html
[5] https://www.heise.de/news/SC09-Supercomputerkonferenz-setzt-neue-Massstaebe-862299.html
[6] https://www.heise.de/news/SC09-Intel-demonstriert-Larrabee-mit-ueber-1-Teraflops-862305.html
[7] https://www.heise.de/news/SC09-Tesla-Rechenkarten-mit-Fermi-Chips-860474.html
[8] https://www.heise.de/news/AMD-Opteron-erobert-Spitzenposition-der-Supercomputer-857011.html
[9] mailto:as@ct.de
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