SAP greift nach Reltio – Unternehmensdaten sollen KI-bereit werden

SAP will mit der Übernahme von Reltio SAP- und Nicht-SAP-Daten vereinheitlichen und so seine KI-Plattform stärken.

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SAP-Buchstaben an einem Glasgebäude

(Bild: Kittyfly/Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Niklas Jan Engelking
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP plant die Übernahme des Datenspezialisten Reltio. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Redwood Shores ist auf cloud-natives Master Data Management (MDM) spezialisiert – also auf Software, die Stammdaten aus verschiedenen Quellen vereinheitlicht und für Anwendungen nutzbar macht. Finanzielle Details der Transaktion nannten beide Seiten nicht.

Wie SAP in einer Pressemitteilung erklärte, soll die Übernahme die Position des Konzerns als Anbieter von Business-KI stärken. SAP-Vorstandsmitglied Muhammad Alam sagte dazu: „Künstliche Intelligenz kann ihr volles Potenzial nicht erreichen, wenn Daten über Geschäftsbereiche, Plattformen und Domänen hinweg verteilt sind, ohne Verbindung zueinander oder ohne den notwendigen Kontext.“ Reltio sei eine „natürliche Ergänzung“ für SAP. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Reltio wurde 2011 von Manish Sood gegründet. Reltios Plattform ermöglicht es, aus verteilten Datensätzen einen sogenannten „Golden Record“ zu erstellen – einen vereinheitlichten Datensatz mit vollständigem Kontext. Unter anderem eine Reihe von Fortune-500-Unternehmen zählen Reltio zufolge zu den Kunden.

SAP plant, die Reltio-Technologie in seine Business Data Cloud (BDC) zu integrieren. Damit sollen sowohl SAP- als auch Nicht-SAP-Daten für die hauseigenen KI-Agenten Joule bereitstehen. SAP verspricht sich davon unter anderem Echtzeit-Workflows für seine agentische KI – etwa Beschaffungsagenten, die Lieferantenrisiken automatisiert bewerten. Reltio soll dabei auch als eigenständiges Produkt verfügbar bleiben.

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Reltio-Gründer Sood betonte in einem Blogbeitrag, der Zusammenschluss biete die Möglichkeit, das eigene Ziel rascher zu erreichen: „Unternehmens-KI benötigt vertrauenswürdigen Kontext, der offen und interoperabel über die heterogenen IT-Landschaften hinweg funktioniert, die unsere Kunden betreiben.“

Im MDM-Markt konkurriert Reltio mit Anbietern wie Informatica, Profisee, Semarchy und Boomi. Für SAP-Kunden dürfte die Übernahme vor allem dann relevant werden, wenn sie Daten aus heterogenen IT-Landschaften für KI-Anwendungen nutzbar machen wollen.

(nen)