Renault Clio Facelift

Der Clio, obwohl erst seit gut 3,5 Jahren auf dem Markt, ist eines der ältesten Modelle im Renault-Sortiment. Nun bekommt er ein kleines Facelift, was ihn optisch allerdings kaum verändert. Dafür gibt es einen starken Diesel und neue Optionen

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Renault Clio Facelift

(Bild: Renault)

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Brühl, 13. Juni 2016 – Twingo, Kadjar, Mégane, Talisman, Scénic, Espace – Renault renoviert derzeit in rasendem Tempo seine Modellpalette. Und so kommt es, dass der Clio, obwohl erst seit gut 3,5 Jahren auf dem Markt, zwischen all diesen Neuerscheinungen das älteste Modell ist. Da sich seit seiner Vorstellung auch im Umfeld der Clio-Konkurrenz einiges getan hat, wurde der Kleinwagen nun überarbeitet. Auf gravierende Eingriffe hat Renault aber verzichtet. Stattdessen gibt es ein wenig Feinschliff im Detail.

Die Frontschürze wurde etwas umgestaltet. Der Neue wirkt etwas weniger geschlossen und hat an Kontur gewonnen. Das Renault-Zeichen ist nun unten von Kühlrippen umgeben. Wichtiger dürfte die Umstellung auf LED-Scheinwerfer sein, Xenon-Licht hat auch hier ausgesorgt. Schon in ein paar Jahren dürften die Gaslampen absolute Exoten sein. Hinten wurde die Grafik der Lampen dezent umgestaltet. Insgesamt dürften die Veränderungen nur den meisten Menschen nur auffallen, wenn neu und alt direkt nebeneinander stehen.

Renault Clio Facelift (15 Bilder)

Seit Ende 2012 ist der aktuelle Renault Clio im Handel. Nun wurde er ein wenig ĂĽberarbeitet.
(Bild: alle Renault)

Im Innenraum blieb formal alles beim Alten. Allerdings konnte sich Renault offenbar dazu durchringen, den Anteil des bislang so großzügig verteilten, schwarz glänzenden Kunststoffs deutlich zu reduzieren. Bislang war er ja nach Ausstattung am Armaturenbrett, in den Türverkleidungen und am Lenkrad zu finden. Gerade am Steuer war das eher lästig. Zumindest auf dem ersten Pressebild ist er nun nur noch auf der Mittelkonsole zu finden. Neu geformt wurden Schalthebel und Spiegelverstellung. Dazu kommen andere Sitzbezüge.

Größere Veränderungen gibt es auch im Multimedia-Bereich – kein Wunder, schreitet die Entwicklung in diesem Bereich doch rascher voran als die üblichen Modellauffrischungen der Autohersteller. Der Clio-Käufer hat nun die Wahl zwischen drei statt wie bisher zwei Multimedia-Systemen. Neu ist das System „R&Go“, für das Renault einen eigene App bereitstellt, mit der auf der „Bedienoberfläche des Smartphones vier Icons erscheinen, mit denen man das Telefon mit einem ähnlichen Bedienkomfort wie ein integriertes Multimediasystem nutzen kann“, so Renault. Was das genau heißt, muss ein Testwagen zeigen. Im Test des Renault Espace zeigte sich, dass das Multimediasystem zwar nicht zu Spitze gehören mag, seine Sache aber insgesamt nicht schlecht machte. Sollte Renault etwas Ähnliches im Clio anbieten, wäre er in seiner Klasse vorn dabei.

FĂĽr das neue Soundsystem von Bose bemĂĽht Renault den alten Vergleich mit einem Konzertsaal. Wie oft wurde dieses Versprechen schon gegeben, ohne es nachher auch nur ansatzweise zu erfĂĽllen? Mal ganz abgesehen davon, dass ein Konzertsaal keineswegs fĂĽr alle Arten von Musik ideal ist. Lobenswert ist der Versuch dennoch, denn fast alle Konkurrenten bieten in dieser Hinsicht nur Standardware.

Ein Versprechen ganz anderer Art gibt es beim Thema Einparken. Renault verspricht, dass der Clio mit Hilfe des „Easy Park-Assistenten“ nahezu autonom einparken kann. Das klingt sensationell, doch der Fahrer muss schon noch etwas mehr tun, als nur zuschauen, nämlich Gas geben und bremsen und den richtigen Gang einlegen. Der Clio kann also gewissermaßen nur autonom lenken.

Bei den Motoren soll fast alles so bleiben wie bisher: Neu ist die Option auf ein Sechsgang-Schaltgetriebe beim TCe120, der bisher nur mit einem Doppelkupplungsgetriebe zu haben war. Zudem gibt es mit der Überarbeitung einen kräftigen Diesel. Der heißt dCi 110 und wird auch im Clio rund 110 PS leisten. Genaueres dazu verrät Renault noch nicht. Wir vermuten, es ist dieselbe Maschine wie im Mégane: Ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit zwei Ventilen pro Zylinder, NOx-Kat, der 110 PS und 260 Nm bietet. Im Mégane werden mit dieser Maschine im NEFZ 3,7 Liter versprochen, im Clio dürfte es noch etwas weniger sein.

Noch nichts verrät Renault auch zu den Preisen für den überarbeiteten Clio. Bisher gab es die Limousine mit 73 PS ab 11.990 Euro, den Kombi Grandtour ab 13.690 Euro. Wir vermuten, dass sich daran nicht viel ändern wird, wenn der überarbeitete Clio im September zu den Händlern kommt. Schließlich bleibt er auch so eines der ältesten Modelle im aktuellen Renault-Sortiment.

(mfz)