Regierung rÀumt Probleme bei Internet-Ausbau ein
"Bei der Breitbandverkabelung, das verhehle ich nicht, sind wir noch nicht so weit, wie wir das eigentlich erwartet haben", sagte Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner heute im Bundestag.
Der Ausbau des schnellen Internets auch auf dem Land droht ins Stocken zu geraten. Bundeslandwirtschaftsministerin [1] Ilse Aigner (CSU) rĂ€umte heute ein, dass es deutliche Probleme beim Ausbau schneller Leitungen gibt. "Bei der Breitbandverkabelung, das verhehle ich nicht, sind wir noch nicht so weit, wie wir das eigentlich erwartet haben", sagte Aigner im Bundestag. Das liege an europarechtlichen HĂŒrden. Sie kritisierte auch einen mangelnden Abfluss der Fördermittel in den LĂ€ndern. Das Kabinett hat heute beschlossen [2], das Leben auf dem Land attraktiver zu machen.
Die lĂ€ndlichen Regionen sollen mit einem "Handlungskonzept" von neun Ministerien stĂ€rker unterstĂŒtzt werden. Das Ziel seien attraktive Lebens- und WirtschaftsrĂ€ume mit gĂŒnstigen Zukunftsaussichten, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. LĂ€ndliche Regionen erhielten aus dem zweiten Konjunkturpaket in den kommenden zwei Jahren 10 Milliarden Euro unter anderem fĂŒr modernere KindergĂ€rten und schnelleres Internet.
Aigner kĂŒndigte an, dass Bildung, Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und Verkehrswege verbessert werden sollen. Es gehe um gleichwertige LebensverhĂ€ltnisse in Stadt und Land. Die flĂ€chendeckende Versorgung mit Ărzten sei ein wesentlicher Punkt fĂŒr die AttraktivitĂ€t der lĂ€ndlichen Gebiete, so die CSU-Politikerin. Neues Geld ist in dem Konzept nicht vorgesehen. Rund zwei Drittel der BundesbĂŒrger leben auĂerhalb von BallungsrĂ€umen.
Die deutschen StĂ€dte und Gemeinden warnten [3] vor einem Scheitern des Ausbaus schneller InternetanschlĂŒsse. Sonst wĂŒrden Wachstumschancen verspielt, sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. Der Berliner Rechtsexperte Christian Kirchner (Humboldt-UniversitĂ€t) kommt in einem Gutachten zu dem Schluss, dass das Wettbewerbsrecht geĂ€ndert werden mĂŒsse, um die "weiĂen Flecken" auf dem Land schneller mit BreitbandanschlĂŒssen zu versorgen. Nötig seien Kooperationen von Anbietern. Die Regelungen konzentrierten sich derzeit zu sehr auf die sogenannte letzte Meile, um die sich Wettbewerber in BallungsrĂ€umen streiten.
Die Bundesregierung plant [4], dass das schnelle Surfen im Internet bis Ende kommenden Jahres in ganz Deutschland möglich sein soll, auch auf dem Land. Dazu hatte das Kabinett bereits im Februar ein Programm beschlossen, um LĂŒcken zu schlieĂen. Bis 2014 war geplant, dass mindestens drei Viertel aller Haushalte eine Bandbreite mindestens 5 MBit/s erhalten.
Die Deutsche Telekom hatte den Ausbau von Breitband-AnschlĂŒssen fĂŒr unversorgte Gebiete im lĂ€ndlichen Raum auf den PrĂŒfstand gestellt [5]. Grund war eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, den Preis fĂŒr die "letzte Meile" zu senken. Mehr als jeder zweite Haushalt in Deutschland verfĂŒgt ĂŒber einen leistungsfĂ€higen Breitband-Anschluss. (dpa) / (anw [6])
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[1] http://www.bmelv.de
[2] http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Artikel/2009/05/2009-05-06-laendliche-raeume.html
[3] https://www.heise.de/news/Staedte-warnen-vor-Scheitern-der-Breitbandoffensive-217605.html
[4] https://www.heise.de/news/Breitband-Internet-soll-bis-Ende-2010-ueberall-verfuegbar-sein-197720.html
[5] https://www.heise.de/news/Deutsche-Telekom-ueberprueft-Investitionen-fuer-Breitband-Ausbau-211018.html
[6] mailto:anw@heise.de
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