RegTP: E-Netzbetreiber sollen auf E-GSM-BĂ€nder umziehen
Dem GSM-Konzept der RegTP zufolge sollen E-Plus und O2 als E-Netzbetreiber zusĂ€tzliche E-GSM-Frequenzen im 900-MHz-Bereich nutzen, dafĂŒr aber anteilsmĂ€Ăig Bereiche des 1800-MHz-Bandes abgeben.
Zu der anstehenden Verteilung der kĂŒrzlich freigegebenen [1] E-GSM-BĂ€nder hat die Regulierungsbehörde fĂŒr Telekommunikation und Post (RegTP [2]) ein Konzept veröffentlicht. Es enthĂ€lt PlĂ€ne zur Verwendung der bislang fĂŒr die Nutzung fĂŒr "MilitĂ€rische Funkanwendungen" nominierten E-GSM-Frequenzbereiche im 900-MHz-GSM-Band (880 bis 960 MHz). Danach sollen die 2 Ă 10 MHz groĂen Bereiche (880 bis 890 und 925 bis 935 MHz) in 5 MHz groĂe Bereiche aufgeteilt und den E-Netzbetreibern zur VerfĂŒgung gestellt werden. WĂ€hrend die Betreiber der D-Netze auch Frequenzen im 1800-MHz-Band (1710 bis 1880 MHz) nutzen dĂŒrfen, sind E-Plus und O2 bislang auf den 1800-MHz-Bereich beschrĂ€nkt.
Das 900-MHz-Band eignet sich aufgrund des besseren Ausbreitungsverhaltens der Funkwellen -- die Netzbetreiber benötigen weniger Basisstationen -- eher fĂŒr die flĂ€chendeckende Versorgung lĂ€ndlicher und strukturschwacher Gebiete. Die D-Netzbetreiber erhielten zunĂ€chst je 2 Ă 12,4 MHz aus dem 900-MHz-Band. 1999 ersteigerten sie weitere Bereiche aus einem frei gewordenen Erweiterungsspektrum im 1800-MHz-Band und verfĂŒgen nun ĂŒber je 2 Ă 17,4 MHz. Die E-Netzbetreiber erhielten mit je 2 Ă 22,4 MHz zwar eine gröĂere Bandbreite, doch liegen die Bereiche ausschlieĂlich im oberen GSM-Band. Daher hatten sie schon mehrfach Bedarf an Frequenzzuteilungen aus dem 900-MHz-Band angemeldet. Mit der geplanten Zuteilung der E-GSM-Frequenzen können E-Plus und O2 nun die Versorgung ihrer Kunden auch in lĂ€ndlichen Gebieten verbessern. Allerdings mĂŒssen sie dafĂŒr entsprechende Anteile im 1800-MHz-Band rĂ€umen, da sie sonst wegen der gröĂeren Bandbreite Wettbewerbsvorteile gegenĂŒber den D-Netzbetreibern hĂ€tten.
Weiterhin will man den D-Netzbetreibern und E-Plus eine Option auf VerlĂ€ngerung der Nutzungsrechte bis Ende 2016 einrĂ€umen. WĂ€hrend die Lizenz von O2 erst dann ablĂ€uft, gelten die Rechte auf die genutzten Frequenzen von den D-Netzbetreibern nur bis zum 31. Dezember 2009, die E-Plus-Lizenz lĂ€uft Ende 2012 aus. Die Lizenzen fĂŒr die E-GSM-Frequenzen sollen bis zum 31. Dezember 2016 gelten.
Die Migration vom 1800-MHz- ins 900-MHz-Band soll nach Vorstellungen der RegTP so schnell wie möglich vonstatten gehen -- man rechnet mit einem Zeitraum von fĂŒnf bis sechs Monaten --, um die freiwerdenden 1800-MHz-Frequenzen rasch neu verteilen zu können. Bevor das GSM-Konzept umgesetzt werden kann, muss jedoch erst eine Anhörung der Beteiligten stattfinden. Nach deren Auswertung kann es von der PrĂ€sidentenkammer verabschiedet und in Verwaltungsakte umgesetzt werden. (rop [3])
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[2] http://www.regtp.de/
[3] mailto:rop@ct.de
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