zurück zum Artikel

Rechnungshof kritisiert europÀische Batterie-Allianz

dpa
Batteriefertigung

Die mit Milliardensummen geförderte Batteriefertigung in Europa könnte aus Sicht des EuropĂ€ischen Rechnungshofs zum Flop werden. „Die EuropĂ€ische Batterie-Allianz lĂ€uft Gefahr, ihre ehrgeizigen Ziele nicht zu erreichen“

Die mit Milliardensummen geförderte Batteriefertigung in Europa könnte aus Sicht des EuropĂ€ischen Rechnungshofs zum Flop werden. „Die EuropĂ€ische Batterie-Allianz konzentriert sich weitgehend auf bestehende, nicht auf bahnbrechende Technologien und lĂ€uft Gefahr, ihre ehrgeizigen Ziele nicht zu erreichen“, monieren die obersten EU-RechnungsprĂŒfer in einem am Montag (1. April 2019) veröffentlichten Bericht.

Batteriefertigung

Batteriefertigung in Daimlers Akkufirma Mercedes-Benz Energy in Kamenz.

(Bild: Daimler)

Mit Blick auf den Umstieg auf Elektroautos wollen die EU-Kommission und auch die Bundesregierung Batteriefertigung im großen Stil in Europa. Bisher werden Batterien ĂŒberwiegend aus Asien importiert. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte im November angekĂŒndigt [1], bis 2021 eine Milliarde Euro Anschubfinanzierung zu geben.

Der Rechnungshof wĂŒrdigt in seinem Bericht die Rolle von Batterien als Energiespeicher, die beim Umstieg auf erneuerbare Energien nötig sind. Doch hinke Europa bei der KapazitĂ€t zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien fĂŒr E-Autos hinter fĂŒhrenden Weltregionen hinterher. Da Europa spĂ€t in den Markt eintrete, könnte die gewĂŒnschte Spitzenstellung schwierig werden, heißt es weiter.

2018 standen dem Bericht zufolge rund 3 Prozent der weltweiten KapazitĂ€t zur Batterieherstellung in der EU, 12 Prozent in Nordamerika und 84 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum. Am KrĂ€fteverhĂ€ltnis dĂŒrfte sich nach EinschĂ€tzung der RechnungsprĂŒfer bis 2021 kaum etwas Ă€ndern: Dann werden fĂŒr Europa 5 Prozent, fĂŒr Nordamerika 13 Prozent und fĂŒr Asien 82 Prozent erwartet.

Auch gegen die Förderstrategie fĂŒr Batterieforschung Ă€ußert der Rechnungshof Bedenken: Von 315 Millionen Euro EU-Fördergeldern fĂŒr Batterieforschung seien mehr als die HĂ€lfte an Projekte zu Lithium-Ionen-Batterien gegangen. FĂŒr Batterien „der nĂ€chsten Generation“ seien nur 25 Prozent der Gelder geflossen. Von 28 im Jahr 2017 von der EU-Kommission bewerteten Forschungsprojekte seien drei erfolgreich und acht weitere teilweise erfolgreich gewesen. 17 verfehlten demnach ihre Ziele oder erbrachten irrelevante Ergebnisse. (fpi [2])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4357388

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Altmaier-will-Batteriezellfabrik-mit-einer-Milliarde-Euro-foerdern-4220012.html
[2] mailto:fpi@heise.de