Ransomware-Angriff: Hackergruppe Conti will "Costa Ricas Regierung stĂŒrzen"
(Bild: WhataWin/Shutterstock.com)
Eine Woche nachdem Costa Rica den Cyber-Notstand ausgerufen hat, verschĂ€rft die Hackergruppe Conti die Drohungen. Sie wolle die Regierung stĂŒrzen.
Die mutmaĂlich russische Cybercrime-Gruppe Conti hat nach einem massiven Ransomware-Angriff ihre Drohungen gegen Costa Rica verschĂ€rft und will die Regierung des zentralamerikanischen Staats nun angeblich stĂŒrzen. Das zitiert die Nachrichtenagentur AP aus einem Statement von Conti. Die Gruppe habe demnach die Summe des verlangten Lösegelds auf 20 Millionen US-Dollar erhöht.
Zuvor hatte Costa Ricas PrĂ€sident Rodrigo Chaves Robles am Montag erklĂ€rt, dass sich sein Land im Krieg befinde: "Das ist keine Ăbertreibung". Man kĂ€mpfe gegen internationale Terroristen, die offenbar Helfer innerhalb des Landes hĂ€tten, meinte er. Auch Conti behauptet laut AP, Insider in der Regierung zu haben.
Dutzende Institutionen betroffen
Costa Rica hatte vor einer Woche den nationalen Cyber-Notstand [1] ausgerufen, nachdem Cyberangriffe mit der Conti-Ransomware weite Teile von Behörden und Regierungsstellen lahmgelegt hatten. Die sich ausweitenden Angriffe hatten im April begonnen, erbeutete Daten waren bereits veröffentlicht worden. Rodrigo Chaves Robles war erst vergangenen Sonntag als PrĂ€sident vereidigt worden und ist seitdem mit dem Angriff beschĂ€ftigt. Insgesamt sind ihm zufolge 27 verschiedene Institutionen des costa-ricanischen Staats betroffen, darunter auch lokale Behörden. Laut AP beschuldigte er seinen VorgĂ€nger, nicht genug fĂŒr die Cybersicherheit getan zu haben. Nach dem Angriff waren die Systeme zur Abwicklung von Zoll und Steuererhebung teilweise zusammengebrochen.
Conti gilt als russische Cybercrime-Gruppe [2] und soll mit der eigenen Ransomware in mehr als 1000 FĂ€llen ĂŒber 150 Millionen US-Dollar erpresst haben. Das jedenfalls hat das US-AuĂenministerium errechnet. Erst vor wenigen Tagen hatte die US-Regierung zwei auĂergewöhnlich hohe Kopfgelder ausgelobt [3], um die Gruppe zu treffen. Die US-Regierung betrachtet die Conti-Gruppe als lĂ€nderĂŒbergreifende, organisierte KriminalitĂ€t und setzt das Kopfgeld im Rahmen des transnationalen Belohnungsprogramms aus (Transnational Organized Crime Rewards Program).
Die Gruppe lĂ€sst sich davon öffentlich nicht beeindrucken und fordert laut AP [4] nun die Bevölkerung Costa Ricas auf, Druck auf ihre Regierung auszuĂŒben, damit die das Lösegeld bezahlt. Sollte das nicht innerhalb einer Woche geschehen, wĂŒrden die KryptoschlĂŒssel gelöscht, mit denen die verschlĂŒsselten Daten gerettet werden können. Dem Ruf nach dem Sturz der Regierung Costa Ricas misst der von AP befragte Ransomware-Spezialist Brett Callow derweil nicht viel Bedeutung vor. Damit wĂŒrde die Gruppe nur fĂŒr Wirbel sorgen wollen. Bei dem Angriff gehe es nur um Geld, "mehr nicht".
(mho [6])
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[1] https://www.heise.de/news/Ransomware-Befall-Notstand-in-Costa-Rica-Erpressergruppe-veroeffentlicht-Daten-7079285.html
[2] https://www.heise.de/news/Cyberkrieg-Schlagabtausch-zwischen-Anonymous-und-Conti-FCC-organisiert-Abwehr-6527023.html
[3] https://www.heise.de/news/Ransomware-USA-setzen-Kopfgeld-auf-Mitglieder-der-Conti-Gruppe-aus-7078530.html
[4] https://apnews.com/article/technology-government-and-politics-caribbean-gangs-381efc2320abb5356dee7f356e55e608
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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