Privatwirtschaftliche Mondmission IM-1 erfolgreich gestartet
(Bild: NASA/Kim Shiflett)
Aus Florida ist der nÀchste Versuch gestartet worden, mit einer privatwirtschaftlichen Sonde die MondoberflÀche zu erreichen. Bisher lÀuft alles nach Plan.
Mit einer Rakete von SpaceX [1] ist die Mondmission IM-1 des US-Unternehmens Intuitive Machines am Donnerstag pĂŒnktlich gestartet. Um kurz nach 7 Uhr MEZ hob die Falcon 9 vom Kennedy Space Center der NASA in Florida aus ab, etwa 50 Minuten spĂ€ter wurde der Lander des Typs Nova-C ausgeklinkt. Danach sei der Kontakt zu dem GerĂ€t namens "Odysseus" hergestellt worden, teilte die US-Weltraumagentur mit [2]. Von der stammt ein GroĂteil der Nutzlast an Bord des Landers. Dieser soll am kommenden Donnerstag auf dem Mond landen und dort bis zum Einbruch der Nacht aktiv sein. Bis dahin wird es etwa sieben Erdentage dauern.
Von der NASA bezahlt
IM-1 ist der vierte Versuch eines privatwirtschaftlichen Unternehmens [3], eine Sonde heil auf dem Mond zu landen. Vorher sind Versuche aus Israel [4], Japan [5] und zuletzt schon den USA gescheitert. Mit dem geglĂŒckten Start dĂŒrfte Intuitive Machines nun schon weiter sein, als diese Mission namens Peregrine Mission One. Bei der waren schon kurz nach dem Start Mitte Januar Probleme mit dem Antriebssystem entdeckt worden, durch ein Leck verlor die Sonde wertvollen Treibstoff. Dadurch waren eine RĂŒckkehr zur Erde und ein geplanter Absturz ĂŒber dem Pazifik unausweichlich geworden [6].
"Odysseus" ist jetzt etwa so groĂ wie eine altmodische britische Telefonzelle, hat Aluminium-Beine, wiegt rund 700 Kilogramm und kann etwa 130 Kilogramm Ladung mitnehmen. Einen groĂen Teil davon belegt die NASA, den restlichen Raum haben sich vor allem kommerzielle Unternehmen fĂŒr ihre Vorhaben gesichert. Die NASA-Instrumente sollen verschiedene Messungen vornehmen, beispielsweise zum Weltraumwetter, zu Wechselwirkungen zwischen der OberflĂ€che und dem dortigen Staub.
IM-1 ist Teil des Programms CLPS (Commercial Lunar Payload Services) der NASA. Damit will die US-Raumfahrtbehörde auf ihrem eigenen Weg zurĂŒck zum Mond vergleichsweise gĂŒnstig und effizient so viel Wissen ansammeln wie möglich, indem sie VertrĂ€ge fĂŒr Mondlandungen an private Firmen vergibt und mit diesen zusammenarbeitet. FĂŒr IM-1 hat die NASA anfangs 77 Millionen US-Dollar bezahlt, spĂ€ter kamen noch einmal rund 40 Millionen US-Dollar hinzu. Inzwischen hat die US-Weltraumagentur auch bereits einen zweiten und dritten Transport gebucht, die Mission IM-2 soll schon in anderthalb Monaten beginnen.
(mho [8])
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[2] https://blogs.nasa.gov/artemis/2024/02/15/intuitive-machines-lander-on-its-way-to-the-moon/
[3] https://www.heise.de/news/Naechster-Versuch-Privatwirtschaftliche-Mondmission-IM-1-vor-dem-Start-9628179.html
[4] https://www.heise.de/news/Israelische-Mondlandung-gescheitert-4398215.html
[5] https://www.heise.de/news/Hakuto-R-Private-japanische-Mondsonde-hoechstwahrscheinlich-abgestuerzt-8979082.html
[6] https://www.heise.de/news/Gescheiterte-Mondmission-Peregrine-Mission-One-ueber-dem-Suedpazifik-abgestuerzt-9602082.html
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