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Polizei von Chicago stellt Freier an den Web-Pranger

Andreas Wilkens

Freier, Prostituierte und ZuhÀlter sollen durch eine neue Internetseite abgeschreckt werden.

Das Chicago Police Department veröffentlicht auf ihrer Website seit gestern Fotos und Daten von verhafteten Freiern, Prostituierten und ZuhĂ€ltern. Jedem, der in die Stadt kommt, soll damit gezeigt werden, dass Freier verhaftet werden, wird BĂŒrgermeister Richard Daley in der Ortspresse zitiert. "Und wenn sie verhaftet werden, wird es jeder wissen: ihre Frau, ihre Kinder, ihre Familie, Nachbarn und ihr Arbeitgeber."

In der Stadt wurden Plakate ausgehÀngt, auf denen auf die Website hingewiesen wird. Auf ihr sind bereits die Fotos und Daten von 20 Personen zu finden, die in den vergangenen Monaten verhaftet wurden. In fast allen US-amerikanischen Bundesstaaten ist Prostitution strafbar, ebenso das Inanspruchnehmen dieser Dienste. Dennoch gibt es in Chicago laut SchÀtzungen vermutlich 16.000 Prostituierte.

Die Chicagoer Polizei geht mit der Website noch ein ganzes StĂŒck weiter als andere StĂ€dte oder Bundesstaaten. In den USA ist es seit einiger Zeit weit verbreiteter Usus, insbesondere SexualstraftĂ€ter im Internet anzuprangern. Vorreiter ist Florida, das 1997 auf einer eigens eingerichteten Website derartige Daten veröffentlichte, was bei BĂŒrgerrechtlern auf Unmut stieß [1]. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat voriges Jahr ein Gesetz unterzeichnet [2], das erlaubt, persönliche Informationen ĂŒber verurteilte SexualstraftĂ€ter kĂŒnftig im Internet zu veröffentlichen. (anw [3])


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https://www.heise.de/-110733

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[1] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4585/1.html
[2] https://www.heise.de/news/Sexualstraftaeter-in-Kalifornien-kommen-an-den-Online-Pranger-105891.html
[3] mailto:anw@heise.de