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Pixelpark erwartet nach Rekordverlusten ein schwieriges Jahr

Der Internet-Dienstleister Pixelpark rechnet nach dem schlechtesten Jahr der Firmengeschichte nur langsam wieder mit einer Erholung.

Der Internet-Dienstleister Pixelpark [1] rechnet nach dem schlechtesten Jahr der Firmengeschichte nur langsam wieder mit einer Erholung. Nach schwachem Beginn erwartet der einstige Börsenliebling im laufenden Jahr einen "deutlichen" UmsatzrĂŒckgang, wie Vorstandschef Paulus Neef am heutigen Mittwoch in Berlin mitteilte. Auf genauere Zahlen legte sich der FirmengrĂŒnder ebenso wenig fest wie auf eine Gewinn- oder Verlustprognose. Nach misslungenen ZukĂ€ufen und schweren RĂŒckschlĂ€gen im Ausland will sich das Unternehmen wieder auf das KerngeschĂ€ft konzentrieren. Bei der Vorlage des GeschĂ€ftsberichts bestĂ€tigte Neef Zahlen, die im wesentlichen bereits seit Anfang des Monats bekannt [2] waren. Demnach machte Pixelpark 2001 einen Rekordverlust von 86 Millionen Euro, was vor allem mit einmaligen Firmenwertabschreibungen begrĂŒndet wird. Im RumpfgeschĂ€ftsjahr 2000 (1. Juli bis 31. Dezember) lag das Minus nur bei 15,5 Millionen. Der Umsatz kletterte auf 81,3 Millionen (52,3 Millionen).

"Das Jahr 2001 war sicherlich das bisher schwierigste fĂŒr Pixelpark", sagte Neef. Wegen des schwierigen Umfelds werde es vor der zweiten JahreshĂ€lfte auch "keine Entspannung" geben. Der kaufmĂ€nnische Leiter der Pixelpark AG, Peter Vedder, schloss nicht aus, dass das Unternehmen erneut auf eine Kapitalspritze der Muttergesellschaft Bertelsmann angewiesen sein wird. Das Risiko sei jedoch "deutlich kleiner" als im vergangenen Jahr. Im Dezember hatte Bertelsmann einen erneuten Kredit von 15 Millionen Euro auf nun insgesamt 40 Millionen Euro gewĂ€hrt. Auf DrĂ€ngen des Mehrheitseigners wurde im Dezember auch ein weiteres Sanierungsprogramm verabschiedet. In der Folge zieht sich Pixelpark aus den USA, Großbritannien, Spanien und Osteuropa zurĂŒck. Auch in Deutschland wurden drei BĂŒros geschlossen. Zum Ende dieses Quartals soll das 1991 gegrĂŒndete Unternehmen nur noch 600 BeschĂ€ftigte haben. Im vergangenen Jahr waren es weltweit noch knapp 1.200. Die meisten Entlassungen [3] gab es in Deutschland. Allein am Firmensitz Berlin mussten in den vergangenen Wochen nochmals 100 Mitarbeiter gehen.

Der Pixelpark-GeschĂ€ftsbericht wurde nur von Neef und seinem KaufmĂ€nnischen Leiter prĂ€sentiert. Die Abwesenheit von Anette Koch, die im Vorstand fĂŒr die Finanzen zustĂ€ndig ist, begrĂŒndete der Vorstandschef mit deren Schwangerschaft. Auf Spekulationen, wonach die Finanzexpertin nach der Babypause nicht mehr in den Vorstand zurĂŒckkehrt, ging er nicht ein. (dpa) / (jk [4])


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https://www.heise.de/-57159

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.pixelpark.de
[2] https://www.heise.de/news/Pixelpark-kommt-nicht-aus-den-roten-Zahlen-58338.html
[3] https://www.heise.de/news/Pixelpark-streicht-jede-vierte-Stelle-51294.html
[4] mailto:jk@heise.de