Paypal-Alternative Paydirekt: Ein Start ohne "Big Bang"
Langsam und kontrolliert solle der Start des neuen Bezahldienstes der deutschen Banken ablaufen, erklĂ€rte der Paydirekt-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Die erste Testtransaktion war der Kauf einer Dartscheibe am Montag.
Das neue Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken, Paydirekt [1], tastet sich langsam in den Live-Betrieb vor. Nach dem Start der Pilotphase mit der MĂŒnchner Hypovereinsbank Anfang dieser Woche sollen in den nĂ€chsten Wochen weitere Banken und HĂ€ndler dazukommen, wie Paydirekt-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Niklas Bartelt am Dienstag in Frankfurt gegenĂŒber der Nachrichtenagentur dpa ankĂŒndigte. "Wir wollen technisch sauber sein und das können wir nicht, wenn wir einen Big Bang machen. Deswegen werden wir das kontrolliert nach oben fahren."
"Ende des Jahres am Markt"
Konkrete Zahlen nannte Bartelt nicht. Er betonte jedoch: "Wir werden Ende des Jahres am Markt sein." Das gelte zumindest fĂŒr die Banken, die von Anfang an dabei waren, also Privatbanken wie Deutsche Bank und Postbank, Commerzbank und Comdirect, HVB sowie die Volks- und Raiffeisenbanken. Die Sparkassen waren erst spĂ€ter aufgesprungen und werden zu einem GroĂteil wohl erst im FrĂŒhjahr 2016 dabei sein [2], wie am Montag bekannt wurde. Zum Start sollten nur "ausgewĂ€hlte Sparkassenâ dabei sein, hatte ein Sprecher des Sparkassenverbands DSGV mitgeteilt.
Die erste Transaktion konnte Paydirekt am 17. August um 10.46 Uhr verbuchen: Beim Testpartner, dem Online-HĂ€ndler D-Living wurde eine Dartscheibe auf diesem Weg bezahlt. KĂ€ufer waren Mitarbeiter der Hypovereinsbank.
HĂ€ndler mĂŒssen GebĂŒhren aushandeln
Mit dem neuen Online-Bezahlverfahren bekommt unter anderem der US-Riese Paypal in Deutschland Konkurrenz. Nach einmaliger Registrierung ĂŒber ihr Konto bei der teilnehmenden Bank können Nutzer beim Einkaufen im Internet in der Regel ĂŒber die Eingabe von Benutzername und Passwort bezahlen. Die fĂ€lligen BetrĂ€ge werden von dem hinterlegten Girokonto abgebucht. Auf HĂ€ndlerseite gebe es viele GesprĂ€che mit Interessenten, sagte Bartelt. "Wir werden sicher nicht jeden HĂ€ndler bis zum Jahresende angebunden haben, aber unser Ziel ist schon, ein attraktives Portfolio anzubieten." Letztlich fĂŒr Paydirekt freigeschaltet werden sollen HĂ€ndler, die mit allen teilnehmenden Banken zusammenarbeiten.
Auf Kundenseite sollen mittelfristig Online-Zahlungen fĂŒr 50 Millionen Girokonten abgewickelt, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters [3] Bartelt. Paypal kommt in Deutschland eigenen Angaben nach auf 16 Millionen Accounts. Anders als bei Paypal sollen hier die Transaktionen aber direkt von der Bank zum HĂ€ndler laufen. Dementsprechend mĂŒssten die HĂ€ndler auch die GebĂŒhren mit den einzelnen Banken aushandeln, erklĂ€rte Bartelt Reuters zufolge. Dies sei eine Forderung der deutschen Kartellbehörde gewesen. (Mit Material der dpa) / (axk [4])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2784027
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.paydirekt.de/mehr-informationen-zu-paydirekt.html
[2] https://www.heise.de/news/Paydirekt-Sparkassen-schaffen-Starttermin-fuer-Paypal-Alternative-nicht-2781321.html
[3] http://de.reuters.com/article/idDEKCN0QN1FA20150818
[4] mailto:axk@heise.de
Copyright © 2015 Heise Medien