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Palm tief in den roten Zahlen

JĂĽrgen Kuri

Der PDA- und Smartphone-Hersteller macht den verzögerten Marktstart eines neuen Geräts und unvorhergesehene Garantie-Reparaturen für schlechte Geschäftszahlen verantwortlich.

Der Smartphone- und PDA-Hersteller Palm [1] ist im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal tiefer in die Verlustzone gerutscht. Den verzögerten Marktstart eines neuen Geräts und unvorhergesehene Garantie-Reparaturen hatte Palm schon Anfang Dezember als Grund für die Senkung der Umsatz- und Gewinnprognose [2] angegeben; Mitte Dezember kündigte Palm daraufhin [3] auch noch Restrukturierungen und weitere Entlassungen an.

Nun legte Palm die Bilanzen vor, in denen ein Nettoverlust für das zweite Geschäftsquartal von 8,85 Millionen US-Dollar (9 US-Cent je Aktie) verzeichnet ist nach einem Gewinn von 12,77 Millionen US-Dollar (12 US-Cent je Aktie) im gleichen Quartal des Vorjahrs. Für das erste Halbjahr lag der Nettoverlust bei 9,69 Millionen US-Dollar, im ersten Halbjahr des vergangenen Geschäftsjahrs erreichte Palm noch einen Gewinn von 29,27 Millionen US-Dollar. Der Umsatz sank im zweiten Quartal im Jahresvergleich von 392,9 Millionen US-Dollar auf 349,6 Millionen US-Dollar und in den ersten sechs Monaten von 748,7 Millionen US-Dollar auf 710,39 Millionen US-Dollar.

Für das laufende dritte Geschäftsquartal erwartet das Unternehmen einen noch höheren Verlust zwischen 31 und 33 US-Cent je Aktie. Neben den Schwierigkeiten mit dem neuen Produkt, das Palm nicht weiter beschrieb, machen dem Unternehmen unter anderem die scharfe Konkurrenz des kanadischen Blackberry-Herstellers RIM und von Apples iPhone zu schaffen: Die in der Vergangenheit erfolgreichen Smartphones der Treo-Serie verlieren kontinuierlich Marktanteile. Palm hatte zudem bereits den Linux-PDA Foleo kurzerhand auf Eis gelegt [4], auch die Weiterentwicklung [5] des Palm OS stockt [6] – das Betriebssystem wurde zuletzt 2004 grundlegend überarbeititet; 2005 hatte Palm alle Markenrechte von PalmSource erworben [7], die seit September 2005 zu Access gehören [8] und einen eigenen Palm-OS-Nachfolger entwickeln [9]. (jk [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-171911

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[1] http://www.palm.com
[2] https://www.heise.de/news/Palm-senkt-Umsatz-und-Gewinnprognose-168073.html
[3] https://www.heise.de/news/Palm-bereitet-Entlassungen-vor-170043.html
[4] https://www.heise.de/news/Palm-legt-Linux-PDA-Foleo-vorerst-auf-Eis-171572.html
[5] https://www.heise.de/news/Bericht-Palms-Linux-Betriebssystem-kommt-noch-dieses-Jahr-166102.html
[6] https://www.heise.de/news/Palms-Mobil-OS-auf-Linux-Basis-erst-Ende-2008-182277.html
[7] https://www.heise.de/news/palmOne-wird-wieder-zu-Palm-162954.html
[8] https://www.heise.de/news/PalmSource-uebernahme-durch-Access-in-trockenen-Tuechern-129330.html
[9] https://www.heise.de/news/3GSM-Access-stellt-Entwickler-Kit-fuer-Palm-OS-Nachfolger-vor-146203.html
[10] mailto:jk@heise.de