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Palm gerÀt ins Schleudern

Volker Briegleb

Der Smartphone-Hersteller, der mit Pre und WebOS alles auf eine Karte gesetzt hatte, muss seine Umsatzprognose angesichts enttÀuschender Verkaufszahlen nach unten korrigieren.

Der Smartphone-Hersteller Palm [1] hat am Donnerstag seine Umsatzprognose fĂŒr das noch bis Ende Februar laufende dritte Quartal des GeschĂ€ftsjahres nach unten korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit UmsĂ€tzen in Höhe von 285 bis 310 Millionen US-Dollar und bleibt damit deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurĂŒck. An der Wall Street war im Schnitt mit UmsĂ€tzen von 425 Millionen US-Dollar gerechnet worden. FĂŒr das Gesamtjahr werde der Umsatz den Angaben zufolge deutlich unter der bisherigen Prognose von 1,6 bis 1,8 Milliarden US-Dollar bleiben. Die Aktie des Smartphone-Veteranen gab zum Handelsstart zeitweise um bis zu 20 Prozent nach.

Palm ist mit dem Verkauf der HoffnungstrĂ€ger Pre und Pixi offiziell zwar einigermaßen zufrieden. Doch das GeschĂ€ft mit den WebOS-Smartphones habe sich schleppender als erwartet entwickelt, teilte das Unternehmen dazu am Donnerstag mit. Netzbetreiber wĂŒrden zwar weiter auf die neuen Produkte setzen, doch seien die Bestellungen hinter den Erwartungen zurĂŒckgeblieben, sagte Palm-Chef Jon Rubinstein laut einer Mitteilung. Im zweiten Quartal [2] hatte Palm 783.000 GerĂ€te abgesetzt. Zahlen fĂŒr den laufenden Abschnitt will das Unternehmen am 18. MĂ€rz bekannt geben.

Palm Pre: Der HoffnungstrÀger schwÀchelt

Das im vergangenen FrĂŒhjahr vorgestellte und im Sommer 2009 eingefĂŒhrte [3] Pre ist zwar wohlwollend aufgenommen worden, kann seine schwere BĂŒrde aber kaum tragen: Am Erfolg des Pre und seiner Schwestermodelle hĂ€ngt das Schicksal des Unternehmens. Palm hatte mit der Wende zum WebOS und der Entwicklung des Pre alles auf eine Karte [4] gesetzt – und auch viel richtig gemacht. WĂ€hrend das Pre auf der CES 2009 [5] und dem anschließenden Mobile World Congress [6] noch fĂŒr ordentlich Wirbel sorgte, war es in Barcelona in diesem Jahr still um den Hersteller.

Offenbar hat Palm grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten, sich im Wettbewerb der Plattformen mit starken Konkurrenten wie Blackberry, iPhone OS oder Android zu behaupten. Letztere haben vor allem Dank der großen Entwicklergemeinde einen Vorsprung bei der fĂŒr das System erhĂ€ltlichen Software. In den USA hat Palm den Vertrieb inzwischen von Sprint Nextel auch auf Verizon ausgedehnt, doch soll der Verkauf beim neuen Netz-Partner nicht ansatzweise so gut laufen wie erhofft [7].

Palms prekĂ€re Situation lĂ€sst nicht zum ersten Mal die Spekulationen ĂŒber eine mögliche Übernahme ins Kraut schießen. Das Feld der Unternehmen, die immer mal wieder als mögliche Interessenten gehandelt werden, ist breit und reicht von PC-Herstellern wie Dell und HP bis zu BranchengrĂ¶ĂŸen wie Microsoft, HTC oder Nokia. (vbr [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-940869

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.palm.com
[2] https://www.heise.de/news/Palm-bleibt-in-den-roten-Zahlen-889245.html
[3] https://www.heise.de/news/Palm-Pre-in-den-USA-gestartet-179121.html
[4] https://www.heise.de/news/Letzte-oelung-fuer-PalmOS-195282.html
[5] https://www.heise.de/news/Palm-Pre-entzueckt-das-CES-Publikum-195620.html
[6] https://www.heise.de/news/MWC-Palm-praesentiert-UMTS-Version-des-Pre-197317.html
[7] http://blogs.barrons.com/techtraderdaily/2010/02/24/palm-sales-well-short-of-targets-at-verizon-canaccord-says/
[8] mailto:vbr@heise.de