PC-Hauptspeicherpreise fallen wohl weiter
Die insbesondere in den USA nachlassende PC-Nachfrage bei gleichzeitigem Ausbau der DRAM-Fertigungskapazitäten drückt auf die Preise.
Nachdem die Preise für PC-Hauptspeichermodule seit rund einem Jahr steil angestiegen [1] sind, zeichnet sich nun allmählich wieder ein fallende Tendenz ab. Dass die Preise für die jeweils meistverkauften DRAM-Bauelemente – zurzeit sind das DDR2- und DDR3-SDRAMs – starken Schwankungen unterliegen, ist weithin bekannt, Stichwort: Schweinezyklus [2]. Fraglich ist bloß, in welcher Phase sich die Branche jeweils befindet. Nach dem letzten, extrem steilen Abschwung [3], der etwa Qimonda in die Insolvenz trieb, folgte der eingangs beschriebene Aufschwung, in dessen Verlauf sich die Preise mancher Module mehr als verdoppelten.
Die vor allem in den USA schwächelnde [4] PC-Nachfrage hat den Preisen nun jedenfalls einen Dämpfer verpasst. Gleichzeitig haben die wenigen [5] verbliebenen DRAM-Firmen, die seit einigen Quartalen sehr gut verdienen, viel Geld für neue Fertigungsanlagen ausgegeben und insbesondere den Umstieg auf kleinere Fertigungsstrukturen und somit auch auf Chips höherer Kapazität forciert. Laut DRAMeXchange.com [6] wächst das Angebot an 2-Gigabit-Chips, von denen acht Stück für ein 2-GByte-DIMM ausreichen. Die Chiphersteller können also auf den umgestellten Anlagen viel mehr Gigabits zu nur wenig höheren Kosten fertigen.
Samsung-Semiconductor-Chef Oh-Hyun Kwon [7] äußerte laut der taiwanischen Digitimes [8] bereits die Ansicht, dass noch vor Jahresende ein DRAM-Überangebot drohe. Der Weltmarktführer bei DRAM und NAND-Flash will aber seine Investitionspläne weiter verfolgen. Die taiwanischen DRAM-Hersteller tun sich damit – laut Digitimes, aber auch gemäß früherer Einschätzungen [9] – hingegen schwer, weil der Anlagenhersteller ASML dringend benötigte Anlagen zur Immersionslithografie nicht schnell genug liefern kann. (ciw [10])
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[1] https://www.heise.de/news/Rekordumsaetze-fuer-Halbleiterbranche-prognostiziert-1051416.html
[2] https://www.heise.de/news/Ungeliebte-Speicherchips-Alle-haben-Angst-vorm-Schweinezyklus-149922.html
[3] https://www.heise.de/news/Deutliche-Umsatzrueckgaenge-bei-allen-DRAM-Herstellern-204793.html
[4] https://www.heise.de/news/Marktforscher-prognostizieren-schwindende-Nachfrage-im-weltweiten-PC-Markt-1070486.html
[5] https://www.heise.de/news/DRAM-Markt-legt-zu-752541.html
[6] http://www.dramexchange.com/
[7] http://www.samsung.com/global/business/semiconductor/aboutus/AboutUs_Exec_biography_Semiconductor.html
[8] http://www.digitimes.com/
[9] https://www.heise.de/news/Analyst-SDRAM-und-NAND-Flash-Preise-fallen-nur-langsam-1060863.html
[10] mailto:ciw@ct.de
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