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Open-Source-Client für Versionsverwaltungssystem des Linux-Kernels

Thorsten Leemhuis

Für die kommerzielle Versionsverwaltung BitKeeper, mit der auch Linus Torvalds beim Linux-Kernel arbeitet, existiert nun ein Open-Source-Programm, das Quelltexte und Änderungsinformationen aus mit BitKeeper verwalteten Projekten auslesen kann.

Für die kommerzielle Versionsverwaltung BitKeeper [1], mit der Linus Torvalds die Weiterentwicklung des Linux-Kernels verwaltet, gibt es jetzt ein Open-Source-Programm [2], das die Quelltexte und die Änderungsinformationen aus mit BitKeeper verwalteten Projekten auslesen kann. Der Quellcode der Software steht unter der "No Whining License" -- man darf die Software benutzen und verändern, solange man nicht über sie jammert. Effektiv soll das Programm laut einer Ankündigung [3] von Larry McVoy [4], CEO der BitKeeper-Entwickler BitMover sowie Programmierer der bekannten Benchmark-Suite lmbench [5], unter eine BSD-Lizenz gestellt werden.

Dieser Scherz begründet sich auf zahllosen Diskussionen, Streitereien und Kritik um BitKeeper und dessen Verwendung für die Kernel-Entwicklung, die es in der Vergangenheit auf der Linux Kernel-Mailingliste (LKML [6]) gegeben hat. Viele Open-Source-Entwickler und Verfechter freier Software waren und sind nicht damit einverstanden, dass Torvalds ein Closed-Source-Programm für die Verwaltung der Kernel-Sourcen verwendet -- es gab gar Petitionen [7] gegen die Verwendung von BitKeeper. Dem Linux-Erfinder wurden freie Versionsverwaltungssysteme wie subversion [8] oder arch [9] nahegelegt, seinen Angaben zufolge leisten die jedoch nicht das, was er von einem solchen System erwartet.

Aller Kritik zum Trotz hat sich BitKeeper seit dessen Einführung [10] 2002 für die Kernel-Verwaltung unter anderem bei den Verwaltern der Linux-Subsysteme ACPI, Firewire, SATA, IDE, PCI, Netzwerk, USB, DRM und Itanium etabliert. Die nun freigegebene Software kann jedoch nur Dateien aus BitKeeper auslesen. Ähnliches ist auch über ein CVS- oder ein Subversion-Gateway sowie eingeschränkt über ein Web-Interface [11] für den Kernel-Quellcode möglich -- mit anderen Projekten oder den aktuellen Entwicklerversionen der Linux-Subsysteme in BitKeeper gelang das jedoch bisher nur unkomfortabel. Änderungen lassen sich weiterhin nur mit der Closed-Source-Software von BitMover übertragen. (thl [12])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-145922

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bitkeeper.com/
[2] http://www.bitmover.com/bk-client.shar
[3] http://www.uwsg.iu.edu/hypermail/linux/kernel/0503.2/0528.html
[4] http://www.bitmover.com/lm/
[5] http://www.bitmover.com/lmbench/lmbench.html
[6] http://www.tux.org/lkml/
[7] http://www.uwsg.iu.edu/hypermail/linux/kernel/0203.0/1060.html
[8] http://subversion.tigris.org/
[9] http://regexps.srparish.net/www/
[10] http://www.uwsg.iu.edu/hypermail/linux/kernel/0202.0/0989.html
[11] http://linux.bkbits.net/
[12] mailto:thl@ct.de