Opels Sparbeitrag

Mit dem 1.0 SIDI erscheint nun Opels erstes kleines Aggregat im Zuge der großen Erneuerung. Er glänzt mit modernem Downsizing, ohne dabei übermäßig kompliziert zu werden. Passend zur kommenden kleinen Motoren-Klasse wurde ein entsprechendes Sechsgang-Schaltgetriebe präsentiert

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Rüsselsheim 7. August 2013 – Mit dem 1.0 SIDI erscheint nun Opels erstes kleines Aggregat im Zuge der großen Erneuerung. Er glänzt mit modernem Downsizing durch Direkteinspritzung und Turboaufladung, ohne dabei übermäßig kompliziert zu werden. Passend zur kommenden kleinen Motoren-Klasse wurde ein Sechsgang-Schaltgetriebe präsentiert.

Nachdem Opel 1997 mit dem 1.0 Ecotec-Saugmotor mit 54 bis 60 PS im Corsa ein Vorreiter in Sachen Effizienz war, konnte dieses Aggregat seit 2009 nicht mehr bestellt werden. Der kleine Dreizylinder war zuletzt schlicht überfordert mit der gewachsenen Masse des vormaligen Kleinstwagens Corsa. Anfangs brachte er den etwa eine Tonne schweren Corsa B gerade noch würdig, dafür aber angemessen sparsam und komfortabel in Schwung und glänzte mit einer damals in dieser Klasse noch nicht selbstverständlichen Multipointeinspritzung, Vierventiltechnik und Hydrostößeln. Angesichts gestiegener Ansprüche an Leistung und Effizienz erscheint nun ein völlig neu konstruierter Nachfolger.

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Der neue Motor in einer perspektivischen Zeichnung zeigt immerhin bereits die Lage des Laders, die Nockenwellenverstellung (rechts oben) und einen Zylinderkopfdeckel aus Kunststoff.

Der 1.0 SIDI (Spark Ignition Direct Injection) soll nächstes Jahr im Opel Adam eingeführt werden. Das ist keine Minute zu früh angesichts der Motoren von Vorgestern in einem Auto mit so hohem Modernitätsanspruch. Skurrilitäten wie die Spannbandpleuel des vom renommierten Motorenentwickler Fritz Indra geplanten Vorgängers finden sich nicht mehr, dafür aber eine Ausgleichswelle und – viel wichtiger – aktuelle Downsizing-Technologien. Später sollen nach seinem Vorbild noch weitere drei- bis vierzylindrige Motoren bis 1,6 Liter entstehen.

Mit 85 kW/115 PS fast doppelt so leistungsfähig wie sein gleichgroßer Vorgänger liefert er 166 Nm Drehmoment, der 1.0 Ecotec hatte zuletzt nur 88 Nm bei 3800/min. Typisch für einen Dreizylinder liefert er es über ein breites Drehzahlband. Beim 1.0 SIDI reicht es von 1800 bis 4700/min. Opel verspricht, er sei unter vergleichbaren Bedingungen 20 Prozent sparsamer als der eigene, aktuelle 1,6-Liter-Saugbenziner. Zum Vergleich: Der gleich kleine "Ecoboost" Dreizylinder von Ford leistet maximal 125 PS und 170 Nm. Bei diesen Leistungswerten darf man vermuten, dass der neue Motor nicht nur in Adam und Corsa die 1,2- und 1,4-Liter-Varianten ersetzen wird, sondern als Einstiegsmotorisierung auch für den Astra in Frage kommt, nicht nur Anstelle des veralteten 1,6-Liter Saugmotors sondern gleich auch für den 1,4-Liter Turbo mit 120 PS. Und dann wäre da noch der Insignia, dem ein vernünftig kleiner Einstieg fehlt, weil er minimal mit dem 1,4-Liter Turbomotor ab 140 PS erhältlich ist. Warum nicht, für die kommende Mercedes-C-Klasse und den nächsten Ford Mondeo gelten ja inzwischen auch Dreizylinder als Einstiegsmotorisierungen als gesetzt.

Der Neue ist ein Vollaluminium-Aggregat, sein Motorblock muss stärker als bei einem Gusseisenblock durch seinen Aufbau die Abstrahlung von Triebwerksgeräuschen dämmen helfen. Aluminium hat leider die unangenehme Eigenschaft, Schall weit besser zu leiten als Grauguss. Selbst hoch moderne Konstruktionen, darunter auch der bereits erwähnte "Ecoboost"-Dreizylinder von Ford, haben so einen Gusseisenblock. Ebenfalls wegen der Übertragung und Verstärkung von Geräuschen über das Alumaterial des Kopfes wurde die Hochdruck-Einspritzanlage vom Zylinderkopf akustisch entkoppelt.

Weitere Maßnahmen zur Geräuschreduzierung sind Teilkapselungen vorne und oben am Motor. Anstelle der Aluwanne des Vorgängers bekam er eine Ölwanne aus Stahl, die neben der besseren Akustik auch den Vorteil einer deutlich höheren Robustheit, etwa bei Steinschlag oder unfreiwilligem Aufsetzen bietet.

Massenkräfte erster und zweiter Ordnung, wie sie jeder Vierzylinder hat, kennt der Dreizylinder zwar nicht. Das typische Wankmoment des Dreizylinders aber tilgt eine kettengetriebene, in die Ölwanne integrierte Ausgleichswelle mit passenden Gegenschwingungen. Sie dreht sich gegenläufig zur Kurbelwelle. Opel berichtet, Vergleichstests hätten gezeigt, dass der Motor bei Volllast über das gesamte Drehzahlband hinweg leiser ist als bei gleichstarken Turbobenzinern mit 1,6 Liter Hubraum. Das senkt den Aufwand für den Innenraum-Schallschutz und damit auch das Fahrzeuggewicht.

Die Einspritzdüsen mit je sechs Öffnungen sind zwischen den Vier Ventiltellern zentral über den Kolben positioniert. Eine Nockenwellenverstellung erlaubt eine in zwei Stufen variable Ventilsteuerung. Die Integration des Auspuffkrümmers in den Aluminium-Zylinderkopf ist unmittelbar mit dem wassergekühlten Turbolader verschraubt. Das fördert das spontane Ansprechverhalten des Laders bereits bei niedrigen Drehzahlen. Weitere Effizienzmaßnahmen an der Peripherie sind die bedarfsgeregelt zweistufige Ölpumpe und eine abschaltbare Wasserpumpe.

Der 1.0 SIDI ist an ein neu konstruiertes Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt, das speziell für Motoren dieser Drehmomentklasse entwickelt wurde. Mit 37 Kilogramm Trockengewicht ist es rund 30 Prozent leichter als die aktuelle Ausführung. Mit 375 Millimetern Länge ist es auch kompakt. Höchsten Schaltkomfort sollen Klauenräder mit weiter, asymmetrischer Verzahnung, eine Dreifachkonus-Synchronisation im ersten und zweiten Gang sowie die Doppelkonus-Synchronisation der Gänge drei und vier bringen. Auch der Rückwärtsgang ist synchronisiert.

Das neue Getriebe wird in Opel-Modellen der Kleinwagen- und Kompaktklasse mit Motoren bis 220 Nm Drehmoment eingebaut. Angesichts von zwölf Übersetzungsverhältnisse und sieben Achsübersetzungen erlauben Abstimmungsmöglichkeiten für jeden denkbaren Einsatzfall.

Die Einführung des 1.0 SIDI und des damit kombinierten Sechsgang-Getriebes ist Teil der Rundumerneuerungs-Kampagne, die Opel im vergangenen Jahr begann, als die ersten so genannten mittelgroßen Benziner und Diesel eingeführt wurden. (fpi)