Obama will NSA-Frage im Januar anpacken
NSA-Abhörskandal, Haushaltsblockade, Drama um Gesundheitsreform: Das Jahr 2013 war fĂŒr Obama schwierig. Im neuen Jahr will der US-PrĂ€sident Gas geben und im Januar die Richtung im NSA-Streit vorgeben.
Als Konsequenz aus dem NSA-Skandal will US-PrÀsident Barack Obama schnell die heikle Frage der Geheimdienstarbeit anpacken. Schon im Januar werde er "definitive Aussagen" zu den RatschlÀgen seiner Expertengruppe machen. "Ich nehme das sehr ernst", sagte der PrÀsident bei seiner letzten Pressekonferenz des Jahres am Freitag in Washington. Besonders die Spionage im Ausland sei rechtlich bisher kaum eingeschrÀnkt gewesen.
Obama rĂ€umte ein, dass die Datensammlung und die Abhöraktionen des Geheimdienstes NSA das Vertrauen von Amerikanern und auslĂ€ndischen Partnern erschĂŒttert hĂ€tten. Die EnthĂŒllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hĂ€tten einen "unnötigen Schaden" fĂŒr die Geheimdienstarbeit und die Diplomatie verursacht.
46 Ways
Experten hatten Obama jĂŒngst 46 Ănderungen empfohlen [1], darunter eine stĂ€rkere ZurĂŒckhaltung bei der Ăberwachung auslĂ€ndischer Staatslenker. Die NSA hatte unter anderem auch das Handy der Bundeskanzlerin Angela Merkel belauscht. Die Bundesregierung strebt eine Kooperationsvereinbarung des Bundesnachrichtendienstes BND mit der NSA an, mit der die Lauschfrage geregelt werden soll. Nach EinschĂ€tzung des CSU-Innenpolitikers Hans-Peter Uhl werden die US-Geheimdienste die Bundesrepublik Deutschland aber weiter intensiv ausspionieren. In den USA gebe es auf Fachebene nur Arroganz und Desinteresse an Berlins Empörung ĂŒber die NSA-SchnĂŒffelei, sagte er dem Nachrichtenmagazin Focus. "Der US-Abhördienst macht grundsĂ€tzlich keinen Unterschied zwischen der mit den USA befreundeten Kanzlerin Merkel und einem Ălminister aus Kasachstan. Beide sind schlicht Zielpersonen."
Snowdens Vertrauter Jacob Appelbaum sieht sich auch in Berlin von Geheimdiensten verfolgt. Unbekannte hĂ€tten sich in seiner Wohnung an seinem Computer zu schaffen gemacht, sagte er der Berliner Zeitung. Der Netz-Aktivist hat Zugriff auf Snowdens NSA-Dokumente. Er forderte eine umfangreiche VerschlĂŒsselung der Kommunikationsinfrastruktur, um die Macht der Geheimdienste einzuschrĂ€nken. (dz [2])
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