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Nvidia verrät mehr Details zur Hybrid-SLI-Technik

Christof Windeck

Nvidia verspricht, dass sich kommende Generationen diskreter Grafikchips im laufenden PC- oder Notebook-Betrieb komplett abschalten lassen; dann übernimmt der sparsame Onboard-Grafikprozessor.

Noch im ersten Quartal sollen die ersten Desktop-PC-Mainboards erscheinen, deren Chipsatz [1] mit integriertem Nvidia-Grafikprozessor (im Nvidia-Jargon mGPU [2] genannt) eine gleichzeitig eingesteckte Grafikkarte im laufenden Betrieb komplett abschalten kann. Diese Funktion der kürzlich [3] angekündigten Hybrid-SLI [4]-Chipsätze für AMD- und Intel-Prozessoren nennt Nvidia HybridPower. Die zweite neue Funktion heißt GeForce Boost: Dabei kooperiert die mGPU per SLI-Technik mit dem Grafikchip auf der zusätzlich eingebauten PCIe [5]-Grafikkarte (dGPU), steigert also die 3D-Beschleunigungsleistung. Da die dGPUs aber typischerweise wesentlich potenter sind als mGPUs, dürfte GeForce Boost eher mäßige Leistungssteierungen bringen, wie Nvidia selbst einräumt.

Sehr interessant zur Minderung von Lüfterlärm und PC-Energiebedarf – sowie bei Notebooks zur Verlängerung der Akkulaufzeit – ist HybridPower. Diese Funktion setzt aber nicht nur eine passende mGPU (also zunächst einen Chipsatz der Baureihe GeForce 8200) voraus, sondern auch eine Grafikkarte der nächsten Nvidia-Generation – mit aktuellen Karten funktioniert HybridPower nicht, auch nicht mit GeForce 8400 GS oder GeForce 8500 GT, die bereits GeForce Boost unterstützen sollen. Nvidia verspricht allerdings, dass die abschaltbaren PCIe-2.0-Grafikchips der nächsten Generation tatsächlich keine Leistung aufnehmen, wenn sie der Chipsatz deaktiviert; das geschieht übrigens per System Management Bus (SMBus).

Wenn die dGPU arbeitet, liefert sie ihre Bilddaten über die PCIe-2.0-Schnittstelle zum Mainboard [6]-Chipsatz, der sie wiederum über seine Buchsen an Displays weiterleitet. Das Mainboard muss also mit den gewünschten Ports bestückt sein. Nvidia will künftig alle Mainboard-Chipsätze mit mGPUs ausrüsten, etwa auch den kommenden nForce 780a für AMD-Prozessoren, der auch Triple SLI [7] mit drei Grafikkarten (sowie ESA [8]) unterstützen soll. Die Anbindung der drei PEG-Slots erfolgt dabei über einen PCIe-2.0-Switch namens nForce 200.

Gleichzeitig kündigt Nvidia auch die AMD-Chipsätze nForce 750a SLI (mit einem auf zwei x8-Ports aufteilbaren PCIe-2.0-x16-Interface und zwei PCIe-1.1-x1-Lanes) und nForce 730a (mit einem PCIe-2.0-x16-Port und drei PCIe-1.1-x1-Lanes) an.

Außerdem soll die GeForce-8200-mGPU in den neuen Chipsätzen wesentlich leistungsfähigere HD-Beschleunigungsfunktionen mitbringen; HD-Video-Wiedergabe von einer Blu-ray Disc soll dann in guter Qualität mit dem 45-Euro-Prozessor AMD Athlon 64 X2 3800+ möglich sein. (ciw [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-180068

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.heise.de/glossar/entry/Chipsatz-399501.html
[2] http://www.heise.de/glossar/entry/Graphics-Processing-Unit-395608.html
[3] https://www.heise.de/news/Hybrid-SLI-Onboard-Grafik-und-Grafikkarte-alternativ-oder-gemeinsam-nutzen-176020.html
[4] http://www.nvidia.com/object/hybrid_sli.html
[5] http://www.heise.de/glossar/entry/PCI-Express-395644.html
[6] http://www.heise.de/glossar/entry/Mainboard-395785.html
[7] https://www.heise.de/news/Nvidia-gibt-SLI-fuer-drei-Grafikkarten-frei-170288.html
[8] https://www.heise.de/news/Nvidia-will-PC-Hardware-genauer-ueberwachen-192331.html
[9] mailto:ciw@ct.de