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Nvidia stoppt nForce-Chipsatz 615/620

Jörg Wirtgen

Die Nachfolger des aktuellen nForce 220/415/420 werden wohl nicht erscheinen; Nvidia konzentriert sich stattdessen auf einen Chipsatz für die Hammer-Familie von AMD.

Der Grafikspezialist Nvidia will den nForce-Chipsatz [1] 615/620 für AMDs Sockel-A-Prozessoren nicht mehr herausbringen, sondern mit dem nForce 2 direkt die nächste Prozessor-Plattform von AMD unterstützen, wie der News-Dienst AMDZone [2] berichtet.

Nvidia hatte die nForce-6xx-Familie auf der CeBIT vorgestellt [3]. Sie war als Nachfolger der aktuellen Chipsätze nForce 220, 415 und 420 geplant und sollte vor allem statt PC2100- auch die etwas schnelleren PC2700-Speichermodule unterstützen.

Vermutlich will Nvidia die Entwickler-Ressourcen auf die nächsten zwei Projekte konzentrieren: die DirectX-9-Grafikchips NV30 [4] und NV35 sowie eine Grafiklösung für die nächste AMD-Prozessorgeneration mit Codenamen Hammer. Dort kann der Grafikspezialist Nvidia sich wieder mehr auf seine Kernkompetenz konzentrieren, da die Hammer-Systemarchitektur für die Grafikanbindung keinen kompletten Chipsatz vorsieht, sondern nur eine Art Hypertransport-AGP-Bridge, die AMD bei der eigenen AMD-8000-Familie [5] "Graphics Tunnel" genannt hat.

Allzu schmerzhaft fällt der Verzicht auf den nForce 615/620 nicht: Weil der Frontside-Bus des AMD Athlon XP vermutlich auch in Zukunft nicht schneller als mit FSB266 läuft, besteht wenig Bedarf für eine schnellere Speicheranbindung. Auch andere PC2700-fähige Chipsätze für den Athlon XP wie der VIA KT333 [6] profitieren kaum vom schnelleren Speicher. Der nForce 620 mit integrierter Grafik würde vermutlich größere Vorteile aus PC2700-Modulen ziehen, aber er sitzt zwischen den Stühlen: Für Verfechter von preiswerten, integrierten Grafiklösungen ist PC2700-Speicher zu teuer und der nForce 420 hinreichend schnell. Und mit aktuellen Grafikchips wie dem ATI Radeon 8500 oder dem Nvidia GeForce 4 kann der nForce 620 noch lange nicht mithalten. Gerüchteweise will AMD den Athlon MP mit FSB333 ausrüsten, doch dieser Prozessor zielt auf Dual-Prozessor-Systeme, für die der nForce-Chipsatz sich nicht eignet. (jow [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-61794

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.nvidia.com/view.asp?PAGE=nforce
[2] http://www.amdzone.com/
[3] https://www.heise.de/news/Nachfolger-des-nForce-Chipsatzes-in-Sicht-61903.html
[4] https://www.heise.de/news/Nvidia-reagiert-auf-zunehmende-Konkurrenz-Update-57461.html
[5] https://www.heise.de/news/AMDs-Chipsaetze-fuer-64-Bit-CPUs-der-Hammer-Familie-56512.html
[6] https://www.heise.de/news/VIA-stellt-Athlon-Chipsatz-fuer-DDR333-Speicher-vor-56319.html
[7] mailto:jow@ct.de