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Nvidia-Grafikkarten dekodieren 3D-Blu-rays

CES Jan-Keno Janssen

Wenn 2010 die ersten 3D-Blu-ray-Discs auf den Markt kommen, wird man sie wohl zuerst am PC bewundern können - aktuelle Nvidia-GPUs sollen die 3D-Inhalte bereits dekodieren können.

Die Spezifikation für die 3D-Blu-ray-Disc ist noch nicht einmal verabschiedet, da preschen die Grafikkartenhersteller bereits mit Ankündigungen vor: Sowohl Nvidia [1] als auch AMD [2] wollen auf der CES in Las Vegas stereoskopische Filme von Blu-ray vorführen. Doch während AMD unkonkret bleibt [3], geht es bei Nvidia schon ans Eingemachte [4]: So sollen aktuelle GeForce-Grafikkarten mit VP4-Videoengine die 3D-Inhalte von Blu-ray in Echtzeit abspielen können. Konkret nennt Nvidia neben der GT 220 und der GT 240 die angekündigten "Fermi"-Grafikkarten mit GF100-Chip. In der Nvidia-Auflistung fehlt die preisgünstige GeForce 210 – auch diese hat die VP4-Engine an Bord.

Die 3D-Vision-Shutterbrille von Nvidia erfordert ein Anzeigegerät, das 120 Bilder pro Sekunde entgegennehmen kann.

Kurios: In welchem Format die 3D-Filme auf der Blu-ray liegen sollen, wurde offiziell noch gar nicht bekanntgegeben. Der Vorsitzende der 3D-Arbeitsgruppe der Blu-ray Disc Association, Benn Carr, offenbarte [5] allerdings schon im Sommer auf der IFA gegenüber heise online, dass man wohl auf den MVC (Multiview Codec) setzen wird, eine Erweiterung von H.264/MPEG-4 AVC, an der die Moving Pictures Expert Group (MPEG) bereits seit einigen Jahren arbeitet. Das "normale" MPEG-4 AVC (ohne MVC-Erweiterung) gehört neben VC-1 und MPEG-2 zu den für (2D-)Blu-rays erlaubten Codecs. Nvidia schreibt in seiner Pressemitteilung dann auch von dem "Codec, der voraussichtlich die Basis dafür sein wird, wie 3D-Inhalte auf der Blu-ray Disc kodiert werden".

Auch die Softwarehersteller sind gerüstet: Sowohl Cyberlink [6] (PowerDVD Ultra), Roxio [7] (CinePlayer BD) und ArcSoft [8] (TotalMedia Theatre) wollen 3D-fähige Versionen ihrer Blu-ray-Abspielprogramme fertig haben, wenn die ersten räumlichen Scheiben erscheinen – das wird aber wohl vor dem dritten Quartal 2010 nicht passieren, laut Disney wird es 3D-Blu-rays sogar erst zum nächsten Weihnachtsfest zu kaufen geben [9].

Zwar wird bis dahin auch die Unterhaltungselektronik-Branche vermutlich entsprechende 3D-Standalone-Player und -Fernseher in den Regalen stehen haben – doch für Computer sind bereits jetzt 3D-Monitore und -Projektoren erhältlich. Die meisten Geräte basieren auf Nvidias 3D-Vision-Technik, die aus einer schnurlosen Shutterbrille und einem per USB angeschlossenen Infrarot-Emitter zur Synchronisation bestehen. Erforderlich ist hier ein Anzeigegerät, das 120 Bilder in der Sekunde entgegennehmen kann. Entsprechende 22-Zoll-Monitore von Samsung [10] und ViewSonic [11] sind bereits im Handel, einen 23,6-Zöller mit Full-HD-Auflösung hat Acer für Februar angekündigt. Von Asus gibt es zudem ein Notebook [12] mit 3D Vision. Acer [13], ViewSonic und DepthQ [14] haben Projektoren im Angebot, die mit der Nvidia-Brille zusammenarbeiten sollen.

Alle genannten Abspielprogramme werden Nvidias 3D-Vision-Brille unterstützen, ob es auch für andere 3D-Monitore (zum Beispiel von iZ3D [15], Zalman [16] und Wazabee [17]) Player-Software geben wird, ist noch unklar. (jkj [18])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-881156

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[1] http://www.nvidia.de
[2] http://www.amd.com/de
[3] http://www.amd.com/us/press-releases/Pages/amd-3d-2009dec7.aspx
[4] http://www.nvidia.de/object/io_1260372944834.html
[5] https://www.heise.de/news/Sony-Erster-3D-Fernseher-kommt-2010-754269.html
[6] http://de.cyberlink.com/
[7] http://www.roxio.de/
[8] http://www.arcsoft.com
[9] https://www.heise.de/news/Disney-bewirbt-Blu-ray-Discs-fuer-kommenden-3D-Standard-789116.html
[10] http://www.samsung.de
[11] http://www.viewsonic.de
[12] https://www.heise.de/news/15-6-Zoll-Notebook-mit-120-Hz-Bildschirm-und-3D-Brille-830218.html
[13] http://www.acer.de
[14] http://www.depthq.com
[15] http://www.iz3d.com
[16] http://www.zalman.co.kr/eng
[17] http://www.wazabee.net/
[18] mailto:jkj@ct.de