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Nokia setzt auf Handys zum Aufklappen

Detlef Borchers

Nokia hat in Helsinki fĂŒnf neue Telefone vorgestellt, darunter drei Klappmodelle und ein UMTS-Handy mit Megapixel-Kamera.

Zeitgleich mit einer Veranstaltung in Singapur hat Nokia [1] in Helsinki auf seinen Strategietagen [2] fĂŒnf neue Telefone vorgestellt, die dem von der Firma diagnostizierten Aufschwung Anschwung geben sollen. Wie CEO Jorma Ollila in Helsinki mitteilte, hĂ€lt sein Unternehmen am Ziel von 40 Prozent aller global verkauften Mobiltelefone fest. Er musste aber gleichzeitig einrĂ€umen, dass der Marktanteil im ersten Quartal auf 32 Prozent gesunken ist. Noch vor Jahresfrist hatte er bei 38 Prozent gelegen. Nach unabhĂ€ngigen Erhebungen ist Nokia sogar unter die 30-Prozent-Marke gerutscht. Um seinen Marktanteil wieder zu steigern setzt Nokia nun auf Klapptelefone, die auf den wichtigen WachstumsmĂ€rkten in Russland, Brasilien und China besonders gefragt sein sollen.

So plant Nokia, im dritten Quartal mit dem Klappmodell Nokia 2650 fĂŒr 120 Euro und dem 2600 in der in Europa verbreiteteren Riegelform fĂŒr 100 Euro zwei Einsteiger-Modelle auf den Markt zu bringen, die im Business-Look gehalten sind und den Datendienst GPRS (General Packet Radio Service) bieten. Das 2600 wiegt 95 Gramm, hat eine GesprĂ€chszeit von bis zu 3,5 Stunden und soll bis zu 250 Stunden in Bereitschaft bleiben. Mit Kontakt-Datenbank, erweitertem Terminkalender und dem Spreadsheet feature, einem verbesserten Telefonkosten-Monitor, will man die "Professionals in den neuen WachstumsmĂ€rkten" der dritten Welt ansprechen, so Nokia-Chef Jorma Ollila anlĂ€sslich der Vorstellung. Das 97 Gramm wiegende Klapphandy 2650 soll eine GesprĂ€chszeit von maximal 3 Stunden und 300 Stunden Bereitschaftszeit bieten. Beide Dualband-Funker sind mit einem Farbdisplay ausgestattet. Das 2650 empfĂ€ngt auch Multimedianachrichten und XHTML-Seiten und kann mit Java-Spielen und -Anwendungen erweitert werden.

Das etwa 250 Euro teure Nokia 6170 soll im vierten Quartal folgen. Im MetallgehĂ€use des Klapphandys sind zwei Farbdisplays und eine VGA-Kamera eingebaut. Weiterhin besitzt das Triband-GerĂ€t eine Push-To-Talk-Taste und soll mit Videofunktionen in EDGE-Netzen den preisgĂŒnstigen Einstieg in Streaming Media bieten. Mit einer Akkuladung erreicht das 6170 laut Nokia bis zu 4 Stunden GesprĂ€chszeit und maximal 270 Stunden Standby.

Mit dem Nokia 6260 kommt im dritten Quartal ein weiteres Nokia-Smartphone in die LĂ€den, das auf dem Betriebssystem Symbian OS und Nokias BedienoberflĂ€che Series 60 aufsetzt. Das Triband-GerĂ€t mit Push-To-Talk-Funktion, Bluetooth-Funk, VGA-Kamera und integriertem VPN-Client wird von Nokia als Business-Werkzeug mit sicherer E-Mail fĂŒr die geschĂ€ftlichen Details vermarktet. Das Display des Klapptelefons kann um 180 Grad gedreht werden. Damit lĂ€sst sich das 6260 wie ein Camcorder bedienen oder mit dem Display nach außen auf den Tisch stellen. Mit einer etwa 70 Euro teuren klappbaren Bluetooth-Tastatur Wireless Keyboard kann man so bequem auch lĂ€ngere Texte oder Organizerdaten bearbeiten. Die Tastatur, die von zwei Standardbatterien vom Typ AAA (Mikrozellen) mit Strom versorgt wird, soll im vierten Quartal 2004 zu haben sein. Details zu Gewicht und den Akkulaufzeiten des rund 400 Euro teuren 6260 wurden nicht bekannt gegeben.

Das 127 Gramm schwere Nokia 6630 ist das erste UMTS-Smartphone mit Series-60-OberflĂ€che und einer 1,2-Megapixel-Kamera. Als Dual-Mode-GerĂ€t funkt es nicht nur in den kommerziell verfĂŒgbaren Mobilfunknetzen der dritten Generation, sondern auch in GSM-Netzen Europas (900 und 1800 MHz) und Nordamerikas (1900 MHz). Das ebenfalls mit einem VPN-Client ausgestattete Telefon soll dank einer mitgelieferten MM-Speicherkarte bis zu eine Stunde Video aufnehmen. Insgesamt stehen etwa 74 MByte Speicher fĂŒr Fotos, Video-Clips und andere Daten zur VerfĂŒgung. FĂŒr den Genuss von Ton und Bild ist es mit dem RealOne-Player und dem DRM-System OMA 1.0 ausgerĂŒstet. Das 6630 kommuniziert mit PCs, PDAs und anderen Handys via Bluetooth und arbeitet auch mit Zubehör wie der Klapptastatur Wireless Keyboard zusammen. Als UMTS-Handy soll es Videostreams empfangen können. Nokia will das kompakte UMTS-GerĂ€t im vierten Quartal fĂŒr rund 500 Euro ohne Vertrag anbieten.

Passend zur Vorstellung der Telefone gab Nokia zwei "Feature Packs" fĂŒr die Series-60-Architektur frei, die inzwischen mit 10 Millionen ausgelieferten Telefonen den "grĂ¶ĂŸten Weltstandard seiner Art" bilden soll. Neben der Video-Telefonie in WCDMA-Netzwerken und dem dem VPN-Client soll die Entwickler vor allem die UnterstĂŒtzung von skalierbarer Vektorgrafik begeistern.

Auf den zweitĂ€gigen Strategietagen will Nokia eine ganze Reihe von Techniken vorstellen. Als besonders wichtig fĂŒr die Datenkommunikation werden HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) erachtet, mit denen UMTS Daten noch schneller ĂŒbertragen kann und so mobile IP-basierte Videokonferenzen möglich werden. (Detlef Borchers) / (rop [3])


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[1] http://www.nokia.de/
[2] http://www.nokia.com/nokia/0,6771,58956,00.html
[3] mailto:rop@ct.de