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Martin Franz
Nissan, Elektroautos, alternative Antriebe

Der Nissan Leaf gehört aktuell zu den wenigen rein batterieelektrischen, serienmäßigen Autos. Zum Modelljahr 2016 hat Nissan außer ein paar Kleinigkeiten vor allem den Preis und die Reichweite erhöht. 250 km am Stück sollen möglich sein, sofern der Fahrer ab und zu mal bremst

Brühl, 10. September 2015 – Der Nissan Leaf gehört aktuell zu den wenigen rein batterieelektrischen, serienmäßigen Autos von einem Großunternehmen. Zum Modelljahr 2016 hat Nissan außer ein paar Kleinigkeiten vor allem den Preis und die Reichweite erhöht. Statt 200 sollen nun bis 250 km am Stück möglich sein. Das klappt allerdings nur, wenn zwischendurch auch mal gebremst wird.

Dazu wurde der innere Aufbau der Akkus verändert. Nissan verrät dazu nur soviel: Zu den Neuerungen zählen Elektroden aus Kohlenstoff, Stickstoff und Magnesium sowie eine Änderung im Zellen-Layout. Der Akku fasst damit 30 statt wie bisher 24 kWh, ist aber auch 21 Kilogramm schwerer. Interessant wird es beim Verbrauch: Nissan nennt für das bisherige Modell 15 kWh/100 km im NEFZ, womit der 30-kWh-Akku ja nach 200 km leer wäre. Allerdings wird im Zyklus offenbar ausreichend gebremst, sodass Nissan hier maximal 250 km versprechen kann. Genaue Verbrauchsangaben für den Leaf mit 30-kWh-Akku will Nissan auf der IAA nachreichen. Gleiches gilt für Angaben zu möglichen Änderungen am E-Motor, der mit seinen 80 kW das Elektroauto bislang in 11,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen konnte und eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h ermöglichen sollte.

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Leer soll der Leaf je nach Ausstattung zwischen 1516 bis 1570 wiegen. Allerdings zählen die Japaner den Norm-Fahrer (68 kg) samt seinem Norm-Gepäck (7 kg) nicht mit dazu. Zum Vergleich: Ein VW e-Golf ist mit 1585 kg angegeben, allerdings sind dabei die 75 kg schon enthalten.

Nissan hat mit dem Batterie-Upgrade den Einstieg erheblich teurer gemacht. Das bisherige Basismodell Visia entfällt, ab sofort gibt es nur noch die beiden Ausstattungslinien Acenta und Tekna. Damit einher geht ein gehöriger Preisanstieg: Wer die Batterie nicht kaufen, sondern mieten will, konnte bisher das Auto ab 23.790 Euro bekommen. Mit mehr Serienausstattung sind nun für einen Leaf mindestens 28.060 Euro fällig. Dazu kommt eine Miete für den Akku, die sich je nach Laufzeit und Jahresfahrleistung zwischen 79 und 142 Euro bewegt.

Alternativ kann der Akku auch erworben werden, womit der Leaf dann mindestens 33.960 Euro kostet – was immerhin noch rund 1000 Euro weniger sind als für einen e-Golf mindestens fällig werden. Nissan gibt eine Garantie für den Akku, die acht Jahre oder 160.000 km reicht – je nachdem, was zuerst eintritt. Unabhängig von der Ausstattungslinie ist immer ein Infotainmentsystem mit dabei, in dem auch ein neues Navi enthalten ist, das nicht nur Ladestationen in der Nähe anzeigen kann, sondern auch, ob die gerade frei sind. Ganz nebenbei reicht Nissan dazu immer DAB+ mit – eine Kleinigkeit, die sich deutsche Marken zum Teil mit knapp 500 Euro bezahlen lassen.

Entgegen der ersten Informationen wird Nissan den Leaf parallel zur neuen Version mit 30 kWh weiterhin mit 24 kWh anbieten. Die Version mit kleinem Akku wird auch in den gĂĽnstigen Ausstattungsvarianten Visia und Visia+ angeboten. Die Variante mit dem 30-kWh-Akku soll dagegen, wie im Text beschrieben, nur als Acenta und Tekna verkauft werden. (mfz [3])


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