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Nintendo leidet unter schwacher Wii und starkem Yen

FĂŒr das gesamte GeschĂ€ftsjahr, das im MĂ€rz 2012 zu Ende geht, rechnet der japanische Spielespezialist nun mit einem Verlust von 20 Milliarden Yen (180 Millionen Euro).

Der japanische Spiele-Spezialist Nintendo steuert auf seinen ersten Jahresverlust seit Jahrzehnten zu. FĂŒr rote Zahlen sorgen vor allem VerkaufsrĂŒckgĂ€nge bei der alternden Spielekonsole Wii und der starke Yen. In dem Ende September beendeten ersten GeschĂ€ftshalbjahr gab es einen Verlust von 70,27 Milliarden Yen (rund 660 Mio Euro). Der Umsatz sackte um 40,6 Prozent auf 215,74 Milliarden Yen (rund 2 Milliarden Euro) ab, wie Nintendo am Donnerstag mitteilte [1] (PDF-Datei).

FĂŒr das gesamte GeschĂ€ftsjahr, das im MĂ€rz 2012 zu Ende geht, rechnet [2] (PDF-Datei) Nintendo nun mit einem Verlust von 20 Milliarden Yen (180 Millionen Euro). Noch im Juli wurden stattdessen 20 Milliarden Yen Gewinn erwartet [3]. Aktuell lĂ€uft das wichtige WeihnachtsgeschĂ€ft, das traditionell die Kassen der Spielekonzerne klingeln lĂ€sst.

Nintendo hatte mit seiner 2006 gestarteten [4] Wii den Spielemarkt aufgerollt und teurere Konkurrenz-Konsolen wie die Playstation 3 von Sony oder die Xbox von Microsoft zunÀchst klar abgehÀngt. Seitdem wurden insgesamt 83,4 Millionen der Konsolen mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung verkauft.

Inzwischen hat die Wii jedoch ihren Höhepunkt ĂŒberschritten, die technische Überlegenheit der rivalisierenden GerĂ€te ist deutlicher geworden und die VerkĂ€ufe gehen merklich zurĂŒck. Im ersten GeschĂ€ftshalbjahr fiel der Wii-Absatz um fast ein Drittel auf 3,35 Millionen GerĂ€te. Der geplante Jahresabsatz von 12 Millionen Wii-Konsolen dĂŒrfte damit nur noch schwer zu erreichen sein. Im kommenden Jahr will Nintendo mit der Wii U [5] seine neue Konsolen-Generation auf den Markt bringen.

Von der neuen mobilen Spielekonsole 3DS [6] verkaufte Nintendo in den vergangenen sechs Monaten 3,07 Millionen GerĂ€te. Nach dem Weihnachtsquartal dĂŒrfte klar werden, ob das Jahresziel von 16 Millionen verkauften 3DS-Konsolen erreicht werden kann. Einer der beiden Bildschirme der 3DS kann dreidimensionale Bilder ohne eine Spezialbrille anzeigen. Die Konsole ist Nintendos Antwort auf die wachsende Konkurrenz durch gĂŒnstige Smartphone-Spiele. Der Konzern senkte zuletzt den Preis deutlich, um den Absatz anzukurbeln. (anw [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1367879

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.nintendo.co.jp/ir/pdf/2011/111027e.pdf
[2] http://www.nintendo.co.jp/ir/pdf/2011/111027e_2.pdf
[3] https://www.heise.de/news/Umsatz-und-Gewinnrueckgang-bei-Nintendo-1178361.html
[4] https://www.heise.de/news/Wii-heisst-die-Spielkonsole-von-Nintendo-120471.html
[5] https://www.heise.de/news/E3-Erste-Eindruecke-von-der-Wii-U-1257091.html
[6] https://www.heise.de/news/Nintendo-3DS-in-Europa-erhaeltlich-1215062.html
[7] mailto:anw@heise.de