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Neue Konkurrenz bei Blade-Servern

Jürgen Kuri

IBM und Dell wollen mit neuen Systemen den Markt für "High-Density"-Server beleben.

IBM und Dell wollen mit neuen Systemen den Markt für "High-Density"-Server beleben. Beide Firmen beginnen mit der Auslieferung der bereits angekündigten Blade-Server [1], die höhere Packungsdichten von Maschinen in den Racks der Server-Räume ermöglichen.

Dell und IBM verfolgen aber etwas unterschiedliche Strategien: Dell setzt [2] auf relativ Strom sparende Prozessoren, in diesem Fall auf den Intel Pentium III-S mit 1,26 GHz Taktfrequenz. Die IBM-Systeme [3] dagegen arbeiten mit Xeon-CPUs (2,0 oder 2,4 GHz), die zwar einen höhere Leistungsaufnahme haben, aber mittels Hyper-Threading zwei virtuelle Prozessoren auf einem Die bereitstellen (zu Hyper-Threading siehe auch den Artikel Virtuelles Tandem [4] -- Hyper-Threading im neuen Pentium 4 in der aktuellen Ausgabe 24/2002 von c’t).

Dell verspricht für seinen Blade-Server 1655MC (siehe Bild) eine Einsparung beim Stromverbrauch um bis zu 20 Prozent gegenüber herkömmlichen Server-Designs aus gleichem Haus; damit würden doppelt so viele Prozessoren wie bei bisherigen Maschinen bei gleichem Platzbedarf möglich. Im Vergleich zu Blade-Servern von RLX Technologies, Compaq oder Fujitsu-Siemens erreicht Dell mit maximal 168 Pentium-III-Prozessoren pro Rack (12 pro 3-HE-Einschub, davon 14 im 42-HE-Rack) allerdings eine geringe Packungsdichte: Fujitsu-Siemens quetscht bis zu 520 [5] Low-Voltage-Pentium-III-S-Prozessoren mit 866 oder 800 MHz in ein Standard-Rack, bei RLX sind es immerhin noch 336 [6]. Dell packt aber im Unterschied zu den erwähnten Konkurrenten zwei SCSI-Platten und einen RAID-Hostadapter in jedes Blade.

IBM erwartet durch eine Kooperation mit Intel [7] noch weitere Fortschritte bei den ultrakompakten Servern mit leistungsfähigeren Xeon- und später auch Itanium-Prozessoren und stellte kürzlich den dicht gepackten HPC-Server p655 mit Power4-Prozessoren [8] vor.

Interessant sind Blade-Server unter anderem für größere Unternehmen, die ihren Server-Park in den Racks konsolidieren wollen, oder beispielsweise Internet-Provider und Web-Hoster, die unzählige unterschiedliche Systeme auf kleinstem Raum unterbringen müssen. Bei IBM zahlt man für das Einstiegssystem der BladeCenter 1879 US-Dollar für einen Server-Einschub sowie 2789 US-Dollar für das Chassis mit Stromversorgung sowie Netzwerk- und SAN-Anbindung. Dell verlangt für ein Chassis mit vier Blade-Servern ab 7800 US-Dollar. Als Betriebssysteme gibt es bei Dell Windows 2000 Server oder Red Hat Linux an; bei IBM ist zusätzlich auch eine Version der Linux-Distribution von SuSE erhältlich. (jk [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-70937

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/IBMs-dicke-Blade-Server-64805.html
[2] http://www.dell.com/us/en/esg/topics/esg_pedge_rackmain_servers_1_pedge_1655mc.htm
[3] http://www.pc.ibm.com/us/eserver/xseries/bladecenter_family.html
[4] http://www.heise.de/ct/02/24/120/
[5] https://www.heise.de/news/Fujitsu-Siemens-zeigt-neue-Blade-Server-60675.html
[6] https://www.heise.de/news/RLX-verkauft-ServerBlades-mit-mobilen-Pentium-Chips-56139.html
[7] https://www.heise.de/news/IBM-und-Intel-entwickeln-Blade-Server-gemeinsam-62245.html
[8] https://www.heise.de/news/IBM-stellt-dicht-gepackten-Power4-Server-vor-70637.html
[9] mailto:jk@heise.de