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Netflix: Kampf gegen Konten-Sharing in Lateinamerika sorgt fĂŒr Verwirrung

Daniel Herbig
Poznan,Poland,-,June,21.2021:,Tv,Television,Netflix,Logo,On

(Bild: Shutterstock.com/MAXSHOT.PL)

In Peru, Chile und Costa Rica geht Netflix bereits gegen Konten-Sharing vor. Einem Bericht zufolge fehlt dabei noch die klare Linie.

Netflix' Testballon zur Eingrenzung des Konten-Sharings verlĂ€uft offenbar chaotisch: Einem Bericht des Magazins "Rest of World" zufolge fehlt es an klaren Richtlinien und einer einheitlichen Kommunikationsstrategie. Das schaffe Grauzonen und sorge bei Betroffenen fĂŒr Verwirrung.

Netflix testet sein verstĂ€rktes Vorgehen gegen das Teilen von Konten seit MĂ€rz in Chile, Peru und Costa Rica [1]. Kundinnen und Kunden haben dort die Möglichkeit, fĂŒr eine kleine ZusatzgebĂŒhr Personen außerhalb ihres Haushalts in ihr Abo aufzunehmen. Offiziell erlaubt ist das mit den Standardabos nĂ€mlich nicht: "Ein Netflix-Konto ist fĂŒr Personen vorgesehen, die in einem Haushalt zusammenleben", heißt es beim Streaming-Dienst [2]. Getrennt lebende Partner oder Familienmitglieder sind laut Netflix-Definition also kein Haushalt und dĂŒrfen entsprechend kein gemeinsames Konto benutzen. Laut US-Marktforschungsinstitut Magid geben 33 Prozent aller Netflix-Nutzer ihre Zugangsdaten an mindestens eine Person weiter.

Doch auch in den lateinamerikanischen TestlĂ€ndern mangelt es derzeit an einer klar ersichtlichen Strategie, schreibt Rest of World [3]. Demnach ignorieren viele der Nutzerinnen und Nutzer, mit denen das Magazin gesprochen hat, die Netflix-Regeln weiterhin – bislang offenbar ohne Konsequenzen. Andere seien noch gar nicht ĂŒber die neuen Regelungen informiert worden. Rest of World vermutet, dass Netflix derzeit unterschiedliche Methoden mit verschiedenen Benutzern ausprobiert.

Ein Service-Mitarbeiter von Netflix soll Rest of World außerdem von einem inoffiziellen Sonderangebot erzĂ€hlt haben: Demnach können Netflix-Mitarbeiter auf telefonische Nachfrage von Familienmitgliedern genutzte Konten außerhalb eines Haushalts auch ohne Zusatzzahlung freischalten. Üblicherweise verlangt Netflix in den TestlĂ€ndern umgerechnet jeweils 2 Euro pro Monat, um bis zu zwei Personen außerhalb des eigenen Haushalts einen Account mitnutzen zu lassen oder die Profile von Mitguckern in eigene VertrĂ€ge zu ĂŒberfĂŒhren. Beworben werden diese UntervertrĂ€ge damit, dass sie preiswerter sind als separate Abos. In beiden Varianten bleiben zudem Historie, Favoriten und persönliche Empfehlungen erhalten.

Derzeit bleibt unklar, wie Netflix kĂŒnftig auf grĂ¶ĂŸeren MĂ€rkten mit geteilten Accounts umgehen will. Das Unternehmen hinter dem Streaming-Dienst hat bei Account-Sharing lange ein Auge zugedrĂŒckt. Angesichts der zuletzt sinkenden Abonnentenzahlen steht Netflix nun aber unter besonderem Druck.

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(dahe [5])


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[1] https://www.heise.de/news/Netflix-Neue-Initiative-gegen-Passwort-Weitergabe-geht-in-die-Testphase-6585029.html
[2] https://help.netflix.com/de/node/124925?q=Household&ba=SwiftypeResultClick
[3] https://restofworld.org/2022/netflix-crackdown-password-sharing-peru/
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:dahe@heise.de