Napsters neues Gesicht
Noch ist die Ur-Tauschbörse nicht wieder online – doch langsam zeigen sich erste Konturen des "neuen Napsters".
Nach der Schließung der populären Tauschbörse Napster wurde ihr Neustart immer wieder verschoben: Aus Juli 2001 wurde Herbst -- nun wird "Anfang 2002" als Startfenster für den Relaunch des neuen Napsters angegeben. Einen ersten Eindruck kann man sich nunmehr auf der Napster-Homepage [1] verschaffen.
Vom ursprünglichen Tauscherlebnis wird nach dem Relaunch wohl nicht viel erhalten bleiben. Napster wird zu einem Abo-Dienst [2], ähnlich dem erst kürzlich von RealNetworks gestarteten [3] RealOne. Gegen ein "geringes monatliches Entgelt" soll der Kunde in Zukunft die Möglichkeit bekommen, Musikdateien mit anderen Napster-Kunden zu tauschen. Dabei werden alle Dateien, für die Napster keine Lizenzen vorweisen kann, vom MP3-Format in proprietäre NAP-Dateien umgewandelt [4]. Das NAP-Format unterstützt digitales Rechtemanagement und kann nur über den Napster-Player abgespielt werden. Brennen und Exportieren auf portable Player ist damit eingeschränkt.
Künstlern bietet der neue Napster einen besonderen Dienst an: Wenn interessierte Napster-Kunden ihre Musikdateien tauschen, kann automatisch ein Teil der anfallenden Gebühren auf das Konto des betreffenden Künstlers gutgeschrieben werden. Angesichts der starken Konkurrenz durch kostenfreie Tauschbörsen [5] wird dem neuen Napster -- wenn er denn online gebracht ist -- jedoch ein ziemlich eisiger Wind entgegen wehen. (sha [6])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.napster.com/
[2] https://www.heise.de/news/Bezahl-Napster-mit-neuem-Dateiformat-35824.html
[3] https://www.heise.de/news/MusicNet-vorerst-in-Europa-nicht-verfuegbar-48463.html
[4] https://www.heise.de/news/Napster-setzt-auf-zwei-Dateiformate-52550.html
[5] https://www.heise.de/news/Das-Napster-Erbe-Tauschrausch-ohne-Ende-51714.html
[6] mailto:sha@ct.de
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