Napster: Besenrein und Türen zu
Gut drei Jahre hielt der Internet-Tauschpionier Napster die Welt in Atem; nun sind auch die letzten Relikte, vom T-Shirt bis zum Drucker, unter den Hammer gekommen.
Gute drei Jahre sorgte die Internet-Musiktauschbörse Napster für Furore und brachte es auf so viele heise-online-Meldungen wie kein anderer Filesharing-Dienst. Auch wenn die geballte Berichterstattung über die Gerichtsverhandlungen um Napster manch einen Leser an den Rande des Nervenzusammenbruch brachte, hat die vom damals 19-jährigen Shawn Fanning entwickelte Tauschbörse die Musikhör- und Kaufgewohnheiten von vermutlich fast allen beeinflusst, die jemals mit Napster in Berührung gekommenen sind.
In dieser Woche ist auch dieses Kapitel im dicken Buch der dot.com-Pleiten endgültig geschlossen worden. Nachdem Roxio [1] bereits Ende November die immateriellen Überreste Napsters kaufte [2], sind nun auch die restlichen materiellen Hinterlassenschaften unter den Hammer gekommen. Das auf Firmenauflösungen spezialisierte Auktionshaus Dovebid [3] brachte laut US-amerikanischen Medienberichten in 1022 Einzelversteigerungen alle nicht niet- und nagelfesten Relikte unter die Leute.
In dem meisten Fällen haben die Überbleibsel kaum mehr als Erinnerungswert: Die nach Santa Clara (Kalifornien) angereisten Interessenten konnten beispielsweise T-Shirts, Mützen, Maus-Pads oder Tischtennis-Platten ersteigern. Solange Roxio noch keine konkreten Pläne über Napsters Zukunft verkündet, gilt daher: Requiescas in pace, Napster ... zumindest vorerst. (vza [4])
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[1] http://www.roxio.de
[2] https://www.heise.de/news/Roxio-kauft-immaterielle-Napster-ueberreste-71107.html
[3] http://www.dovebid.com
[4] mailto:vza@heise.de
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