Nach Cyberangriff auf Bitmarck: Krankenkassen auf dem Weg in die NormalitÀt
(Bild: Bitmarck)
Wochen nach dem Cyberangriff auf den Krankenkassen-IT-Dienstleister Bitmarck, kehren auch die ĂŒbrigen Krankenkassen allmĂ€hlich zur NormalitĂ€t zurĂŒck.
Seit dem Cyberangriff auf den IT-Dienstleister fĂŒr Krankenkassen, Bitmarck, waren die IT-Systeme von 80 Krankenkassen von AusfĂ€llen und Störungen betroffen [1]. Da Bitmarck wegen der Attacke, die Ende April stattfand, aus SicherheitsgrĂŒnden auch ein MĂŒnchner Rechenzentrum (RZ) vom Netz genommen hatte, kam es gerade bei dieses RZ betriebenen Krankenkassen zu teils starken EinschrĂ€nkungen. Inzwischen arbeite ein GroĂteil der Krankenkassen dem Unternehmen zufolge jedoch wieder normal.
Bei einigen Krankenkassen geht aus den Hinweisen oder FAQs zur Erreichbarkeit oder zu Cyberangriffen auf den Websites hervor, dass noch mit kleineren Störungen zu rechnen ist. Liegen gebliebene Post mĂŒsse bei vielen erstmal abgearbeitet werden, sagte etwa Philipp Drinkut, Pressesprecher der Audi-Betriebskrankenkasse gegenĂŒber heise online. Insgesamt sei man aber "sehr nah an der NormalitĂ€t". Bei der BIG Direkt Gesund habe sich laut Bettina Kiwitt die Lage ebenfalls beruhigt, sodass die Versicherten wieder den gewohnten Service nutzen könnten. Ăhnlich sieht es auch bei anderen Krankenkassen, wie der SBK BKK aus.
Doch neben den bekannten EinschrĂ€nkungen wie Abrechnungsprobleme und schlechter Erreichbarkeit hĂ€tten viele Krankenkassen durch die Abschaltung der Bitmarck-Systeme dem Spitzenverband Digitale Gesundheitsanwendungen zufolge seit Wochen keine Freischaltcodes fĂŒr digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) validieren können. Dadurch haben Patienten seit Wochen keine durch Ărzte veranlasste Therapien erhalten können.
Ermittlungen wegen Computersabotage
Solche "rigorosen MaĂnahmen" habe Bitmarck nicht leichtfertig ergriffen. Dem Unternehmen zufolge gehen derzeit alle Beteiligten davon aus, "dass durch diese MaĂnahmen ein weitaus gröĂerer Schaden abgewendet wurde, als durch die EinschrĂ€nkungen entstanden sind". Bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) lĂ€uft wegen Computersabotage inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt.
Eine Zahlungsaufforderung liegt bisher nicht vor. Auch gegen den eng mit Bitmarck zusammenarbeitenden IT-Dienstleister Adesso lĂ€uft aktuell anlĂ€sslich einer Medienberichterstattung [2] "ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen AusspĂ€hens von Daten zum Nachteil der Adesso SE". ĂberprĂŒft werde auch das AusmaĂ des Angriffs.
Wiederanlauf der Systeme
Bitmarck arbeitet derzeit noch an der vollstĂ€ndigen Wiederherstellung der Systeme. In vielerlei Hinsicht arbeite ein GroĂteil der Krankenkassen laut dem IT-Dienstleister wieder normal. Aufgrund "zahlreicher individueller Kundensituationen werden bestimmte Services" erst spĂ€ter zur VerfĂŒgung stehen, daher ist zum jetzigen Zeitpunkt keine "pauschale Antwort zum Ende aller EinschrĂ€nkungen" möglich, so Bitmarck.
Nach aktuellem Kenntnisstand gebe es keinen Datenabfluss. Mit jeder einzelnen Krankenkassen habe das Unternehmen abgesprochen, welche Dienste zuerst wieder zur VerfĂŒgung stehen sollen. Dienste zur Kommunikation und die Lichtbildfreischaltungen bei den elektronischen Gesundheitskarten seien bereits wieder hergestellt. Auch die hauseigene Krankenkassen-Service-App der Bitmarck, die Online-GeschĂ€ftsstellen und die elektronischen Patientenakten (ePA) sollen in KĂŒrze wieder allen zur VerfĂŒgung stehen.
(mack [4])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9159309
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Nach-Bitmarck-Cyberangriff-Arbeitsablaeufe-vieler-Krankenkassen-massiv-gestoert-8990411.html
[2] https://www.heise.de/news/Cyberattacke-auf-IT-Dienstleister-Adesso-Systeme-kompromittiert-Daten-kopiert-7477544.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:mack@heise.de
Copyright © 2023 Heise Medien