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Nach ATX und BTX kommt DTX

Christof Windeck

AMD will mit dem DTX-Format den Bau besonders kompakter Desktop-Rechner erleichtern.

Bis spätestens Ende März will AMD eine vorläufige Spezifikation des neuen DTX-Formats für besonders kompakte Desktop-PC-Gehäuse und kostengünstige Mainboards veröffentlichen. DTX soll – anders als das bisher nur im Bereich der Großserien-PCs [1] erfolgreiche BTX-Format von Intel [2] – weitgehend zu ATX [3] kompatibel sein. AMD will bei dem offenen DTX-Standard zudem möglichst wenige Parameter fest definieren, um den Hardware-Herstellern Freiräume zu erhalten.

AMD hält DTX auch deshalb für attraktiv, weil die Leistungsaufnahme der x86 [4]-Prozessoren zurzeit eher sinkt; damit schrumpft auch der Aufwand für Kühlung und Stromversorgung. AMD selbst führt in der Preisliste zurzeit 35-Watt-Prozessoren mit der Zusatzbezeichung EE SFF (Energy Efficient/Small Formfactor) und will dieses Angebot auch noch erweitern [5].

Das DTX-Platinenformat soll laut AMD so gewählt sein, dass es sich besonders preiswert fertigen lässt. Vier Fullsize-DTX-Boards sollen sich aus einem Leiterplatten-Rohling im "Standardformat" schneiden lassen; vermutlich geht AMD bei dieser Angabe von 18 × 24-Zoll-Rohlingen aus, dann dürften DTX-Boards dieselbe Breite haben wie ATX-Boards, nämlich 12 Zoll (rund 305 Millimeter), wären aber – wie übrigens auch viele ATX-Boards – statt 9,6 Zoll (244 mm) lediglich 9 Zoll, also rund 229 mm tief. Im Mini-DTX-Format sollen sechs Mainboards auf einen Platinen-Rohling passen, was für 8 Zoll × 9 Zoll spricht, also ein Format ähnlich wie FlexATX (9 Zoll × 7,5 Zoll/229 mm × 191 mm). Das von VIA beschriebene Mini-ITX-Format [6] nutzt quadratische Platinen mit 170 mm (6,7 Zoll) Kantenlänge und passt dank kompatibler Montagebohrungen auch in fast alle ATX-/microATX-/FlexATX-Gehäuse.

DTX-Platinen sollen zwecks Kostenersparnis typischerweise mit vier Lagen auskommen. Die Anschlussbelegungen vieler Chipsätze und Prozessorfassungen für Desktop-Rechner sind allerdings schon heute für 4-Lagen-Boards ausgelegt. Zu den Netzteilen hat sich AMD bisher nicht geäußert, mit CFX12V [7], LFX12V [8], SFX12V [9] und TFX12V [10] stehen hier aber auch schon vier kompakte Formate zur Auswahl. (ciw [11])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-132756

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Dell-setzt-auch-bei-AMD-Rechnern-auf-BTX-Mainboards-162973.html
[2] https://www.heise.de/news/Der-BTX-Formfaktor-startet-115556.html
[3] http://www.formfactors.org/formfactor.asp
[4] http://www.heise.de/glossar/entry/x86-399507.html
[5] https://www.heise.de/news/AMD-will-mehr-35-Watt-Doppelkerne-fuer-Desktop-Rechner-anbieten-131183.html
[6] https://www.heise.de/news/VIAs-Ein-Platinen-Low-Cost-PC-verfuegbar-58295.html
[7] http://www.formfactors.org/FFDetail.asp?FFID=14&CatID=2
[8] http://www.formfactors.org/FFDetail.asp?FFID=15&CatID=2
[9] http://www.formfactors.org/FFDetail.asp?FFID=8&CatID=2
[10] http://www.formfactors.org/FFDetail.asp?FFID=7&CatID=2
[11] mailto:ciw@ct.de