NSA hat Zehntausende inlÀndische E-Mails gesammelt
Der US-Geheimdienst hat bis Ende 2011 in jÀhrlich zehntausenden FÀllen komplett inlÀndische Kommunikation gesammelt und damit das Geheimgericht FISC verÀrgert. Das Dokument mit der Kritik wurde nun veröffentlicht.
Bereits im Oktober 2011 hat ein Richter am US-Geheimgericht FISC festgestellt, dass sich die NSA in zehntausenden, "wenn nicht sogar mehr" FĂ€llen Internetkommunikation angeeignet hat, die zwischen US-BĂŒrgern ausgetauscht wurde. Insgesamt könnte es sich um 56.000 FĂ€lle pro Jahr handeln, geht aus einem nun veröffentlichten Urteil [1] von John Bates hervor, der damals vorsitzender Richter am FISC war. AuĂerdem habe das US-Justizministerium dem Geheimgericht mitgeteilt, dass bereits seit drei Jahren solche inlĂ€ndischen Nachrichten abgefangen wĂŒrden. Diese Ăberwachung eigener StaatsbĂŒrger ist dem US-Geheimdienst nur in ganz engen Grenzen erlaubt und wurde danach gestoppt.
Die gesammelten inlĂ€ndischen Nachrichten machen nur einen Teil der rund 250 Millionen KommunikationsvorgĂ€nge aus, die die NSA demnach jedes Jahr sammelt, berichtet [2] die New York Times. Der Richter schreibt jedoch, es sei bereits das dritte Mal in weniger als drei Jahren, dass die Regierung eine grundlegend falsche Angabe ĂŒber das AusmaĂ eines groĂen Sammelprogramms gemacht habe. Einer der beiden anderen FĂ€lle hatte die Sammlung inlĂ€ndischer Telefon-Verbindungsdaten betroffen, das Programm, mit dessen EnthĂŒllung [3] die NSA-AffĂ€re ihren Ausgang genommen hat.
Der Richter stellte auĂerdem fest, dass die Datenbank mit Metadaten "routinemĂ€Ăig" mit Abfragebegriffen durchsucht worden sei, die den Bestimmungen widersprochen hĂ€tten. Gegen diese Anforderung sei so regelmĂ€Ăig und systematisch verstoĂen worden, dass man "fairerweise sagen kann, dieses entscheidende Element hat nie effektiv funktioniert". Ein weiteres [4] Dokument, das auch auf dem neuen Tumblr [5] des US-Geheimdienstkoordinators veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass es Analysten der CIA und NSA inzwischen erlaubt ist, in ihren Datenbanken mit E-Mails und Telefondaten nach US-Personen zu suchen.
Die Electronic Frontier Foundation hatte die Veröffentlichung des Dokuments bereits Mitte 2012 verlangt und bezeichnete ihren Erfolg nun als "Sieg". Entgegen der ursprĂŒnglichen Hoffnung der BĂŒrgerrechtsorganisation, ist das Urteil aber an vielen Stellen geschwĂ€rzt. (mho [6])
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[1] http://www.nytimes.com/interactive/2013/08/22/us/22nsa-opinion-document.html
[2] http://www.nytimes.com/2013/08/22/us/2011-ruling-found-an-nsa-program-unconstitutional.html?pagewanted=2&_r=0&hp
[3] https://www.heise.de/news/Bericht-NSA-sammelt-Telefondaten-von-Millionen-US-Buergern-1883586.html
[4] http://www.dni.gov/index.php/newsroom/press-releases/191-press-releases-2013/915-dni-declassifies-intelligence-community-documents-regarding-collection-under-section-702-of-the-foreign-intelligence-surveillance-act-fisa
[5] http://icontherecord.tumblr.com/
[6] mailto:mho@heise.de
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