NSA-AffÀre: Brasilien und Mexiko bestellen US-Botschafter ein
Nach der EnthĂŒllung, dass der US-Geheimdienst NSA gezielt die StaatsoberhĂ€upter Mexikos und Brasiliens ausgespĂ€ht hat, gibt es erste diplomatische Konsequenzen. Beide Staaten verlangen Antworten und haben den US-Botschafter einbestellt.
Neue EnthĂŒllungen ĂŒber Spionage der NSA haben diplomatische Folgen fĂŒr die US-amerikanischen Beziehungen mit Mexiko und Brasilien, berichtet [1] unter anderem die spanische El PaĂs. Beide Staaten haben jeweils den US-Botschafter einbestellt, nachdem Globo FĂĄntastico enthĂŒllt hatte [2], dass die PrĂ€sidenten Enrique Peña Nieto (Mexiko) und Dilma Rousseff (Brasilien) ausspioniert wurden. Das legen Dokumente [3] nahe, die die brasilianische Nachrichtenseite von Glenn Greenwald erhalten hat und die von dem NSA-Whistleblower Edward Snowden stammen.
(Bild:Â globo.com)
Den Berichten zufolge hat die NSA systematisch auf Telefonate, E-Mails und Kurznachrichten der brasilianischen PrĂ€sidentin und einiger ihrer engsten Berater sowie Minister in ihrem Kabinett zugegriffen. Paulo Bernardo, der Kommunikationsminister des Landes bezeichnet die AusspĂ€hung denn auch bereits als "absolut widersinnig". Das habe nichts mit der nationalen Sicherheit der USA zu tun, stattdessen gehe es einzig und allein darum, Vorteile bei Verhandlungen zu erlangen. Enge Berater von Rousseff sollen darĂŒber hinaus angedeutet haben, dass die PrĂ€sident ĂŒberlegt, ihre fĂŒr Oktober geplante Reise in die USA auf Eis zu legen, sollte US-PrĂ€sident Obama keine "zufriedenstellenden Antworten" liefern.
FĂŒr Mexiko legen die Dokumente nahe [4], dass PrĂ€sident Peña Nieto bereits vor seiner Wahl im Juli 2012 ausspioniert wurde. Demnach habe die NSA beispielsweise Monate vor deren Ernennung die Namen einiger Mitglieder seines Kabinetts gekannt. Angesichts der Berichte hat das mexikanische AuĂenministerium bereits seine VerĂ€rgerung ausgedrĂŒckt [5] und von den USA eine Untersuchung und eine Benennung der Verantwortlichen verlangt.
In den veröffentlichten Dokumenten tauchen Brasilien und Mexiko darĂŒber hinaus in einer Liste von LĂ€ndern auf, die mit "Freunde, Feinde oder Probleme" ĂŒberschrieben ist. Weiterhin wird erklĂ€rt, dass sich eine spezielle Gruppe innerhalb der NSA mit beiden LĂ€ndern beschĂ€ftigt. Die ISI (International Security Issues") sei fĂŒr insgesamt 13 Staaten und dabei etwa deren AuĂen- und Handelspolitik zustĂ€ndig. Unter den aufgelisteten LĂ€ndern finden sich neben Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Japan auch Deutschland. (mho [6])
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[1] http://internacional.elpais.com/internacional/2013/09/02/actualidad/1378133902_556483.html
[2] http://g1.globo.com/politica/noticia/2013/09/documentos-da-nsa-apontam-dilma-rousseff-como-alvo-de-espionagem.html
[3] http://g1.globo.com/fantastico/noticia/2013/09/veja-os-documentos-ultrassecretos-que-comprovam-espionagem-dilma.html
[4] http://internacional.elpais.com/internacional/2013/09/02/actualidad/1378158712_855137.html
[5] http://saladeprensa.sre.gob.mx/index.php/es/comunicados/2997-312
[6] mailto:mho@heise.de
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