Volks-SUV

Volkswagen hat auf dem US-Markt schon bessere Zeiten erlebt. Aktuell fehlt vor allem im mittleren SUV-Segment ein schlagkräftiges Modell. Das soll sich ab 2016 ändern. Einen ersten Vorgeschmack darauf liefert die Studie Cross Coupé GTE auf der NAIAS

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Detroit (USA), 12. Januar 2015 – Volkswagen hat in den USA schon bessere Zeiten erlebt. Im derzeit so gefragten SUV-Segment hat man trotz zwei sehr unterschiedlichen Modellen für den US-Markt scheinbar nicht das richtige im Programm. Der Tiguan ist für den dortigen Geschmack zu klein, der Touareg zu teuer. Was also fehlt ist ein Modell, was sich der Fünf-Meter-Marke nähert, gleichzeitig aber ins Budget vieler Kunden passt. Da hat VW noch einiges aufzuholen und wird dies künftig mit mindestens zwei Modellen tun. Die Studie Cross Coupé GTE, die auf der North American International Auto Show (NAIAS) vorgestellt wird, soll darauf einen Ausblick liefern.

Mit einer Länge von 4,85 Metern übertrifft das Cross Coupé den Touareg um wenige Zentimeter. Gegen Aufpreis soll es für die Serienversion auch eine dritte Sitzreihe geben. Das Volks-SUV würde so zum Siebensitzer. Das ist in den USA ein schlagkräftiges Verkaufsargument, denn die Amerikaner lieben es, als Großfamilie unterwegs zu sein.

Volks-SUV (12 Bilder)

Auf der NAIAS stellt VW die Studie Cross Coupé GTE vor.

(Bild: VW)

Das Serienfahrzeug basiert wie die Studie Cross Coupé auf dem modularen Konzernbaukasten MQB. Allerdings mit einem großen Unterschied: Im Concept Car steckt ein 3,6-Liter-V6 in Verbindung mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb, daher auch die Bezeichnung GTE. Im Serienmodell sollen ausschließlich Vierzylindermotoren angeboten werden. Neben dem 206 kW/280 PS starken Benziner verfügt die Studie über zwei Elektromotoren, ein kleinerer mit 45 kW an der Vorder-, ein größerer mit 85 kW an der Hinterachse. Damit besitzt der Wagen einen Allradantrieb, ohne die übliche mechanische Verbindung über eine Kardanwelle. Diesen Bauraum nutzten die Entwickler für die Unterbringung der Lithium-Ionen-Batterie.

Die Systemleistung liegt bei 265 kW/360 PS. Der Verbrauch wird mit 70 mpg (miles per gallon) angegeben. Umgerechnet auf die deutsche Angabe wären dies rund 3,4 l/100 km, wobei der amerikanische und der europäische Messzyklus aufgrund seiner unterschiedlichen Normung nicht direkt vergleichbar sind. Die rein elektrische Reichweite soll bei 20 Meilen (rund 32 Kilometer) liegen.

In Serienmodell dürften Motoren ab 150 PS Einzug halten – weniger Leistung hat auf dem US-Markt in dieser Klasse nur geringe Absatzchancen. Da der Dieselmotor in den USA weiterhin nur ein Nischendasein führt, der Verbrauch aber auch für dortige Kunden nicht mehr vollkommen egal ist, wird VW sicher nicht nur einen Hybridantrieb anbieten. In Frage kommen dabei auch jene Benzin-Elektro-Kombinationen, die aktuell in Golf GTE und Passat GTE eingebaut werden.

Die Studie soll auch erste Hinweise auf die künftige Interieurgestaltung liefern. Eine große Revolution kündigt sich da nicht an, die Grundform wirkt konventionell. Ein großer Zehn-Zoll-Bildschirm mit Gesten-Steuerung dominiert. Über ihn lassen sich zahlreiche Funktionen bedienen. Natürlich fehlt hier auch das digitale Active Info Display nicht, ähnlich wie es im Passat angeboten wird.

Ob das SUV auch nach Deutschland kommt, ist derzeit allerdings noch nicht entschieden. Wahrscheinlicher ist, dass es vorerst nur in Nordamerika angeboten wird. Interne Konkurrenz bekommt er schon vor dem Start vom Tiguan XL, der auch hierzulande spätestens ab dem kommenden Jahr verkauft werden soll. Auf der IAA 2015 wird er zusammen mit der neuen Normal-Version des Tiguan vorgestellt. Letztere wird rund 4,5 m lang sein, die Lang-Variante etwa 4,7 m.

(mfz)