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Musikbranche will Lizenzierung von Online-Musik erleichtern

Monika Ermert

An einem Runden Tisch der EU-Kommission wollen Verwerter, Verlage und Online-Anbieter daran mitwirken, dass Lizenzen fĂŒr den digitalen Musikvertrieb leichter und europaweit erhĂ€ltlich werden.

Online-Musikanbieter, Musikverlage und Verwertungsgesellschaften haben sich am Montag in BrĂŒssel auf ein Maßnahmenpaket zur Stimulation des europĂ€ischen Online-Musikmarktes verstĂ€ndigt. Im Zentrum der BemĂŒhungen soll dabei ein praktikables Lizenzsystem stehen, heißt es in einer am gestrigen Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Mitteilung [1] der Teilnehmer des vierten Runden Tischs der EU-Kommission zum Thema Online-Musikvertrieb.

Zum einen will die Branche ein Standardverfahren entwickeln, mit dem Informationen ĂŒber Rechteinhaber und Konditionen fĂŒr die Lizenzierung besser zugĂ€nglich und fĂŒr alle Marktteilnehmer einsehbar werden. Zum anderen wollen die Teilnehmer des Runden Tischs weiter an Lizenzierungsplattformen arbeiten, die möglichst viele Repertoires zentral anbieten können. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die den Runden Tisch ins Leben gerufen und moderiert hatte, Ă€ußerte sich zufrieden ĂŒber die Fortschritte.

Europas Internetnutzer verdienten bessere Online-Musikangebote, erklĂ€rte Kroes. Die Kommission lobte, dass sich mit zwei gemeinsam unterzeichneten ErklĂ€rungen die Marktteilnehmer erstmals einem gemeinsamen Fahrplan verschrieben hĂ€tten. Am Tisch saßen den Angaben zufolge die beiden Musikverlage EMI Publishing und Universal Music Publishing, die Diensteanbieter iTunes, Amazon und Nokia, die Verwertungsgesellschaften SACEM (Frankreich), STIM (Schweden) und PRS for Music (Großbritannien) sowie der europĂ€ische Verbraucherschutzdachverband BEUC.

In der allgemeinen ErklĂ€rung [2] (PDF-Datei) stellt der Runde Tisch fest, dass die Fragmentierung des Rechtemarkts und fehlende Systeme zur europaweiten RechteklĂ€rung Anbieter neuer Dienste vor enorme Probleme stellen. Neue Lizenzierungsplattformen sollten daher möglichst Repertoires mehrerer Verwertungsgesellschaften beinhalten. Die Verwertungsgesellschaften sollten durch transparente Verfahren die Lizenzierung von Musik fĂŒr mehrere Territorien ermöglichen.

Um die Standards fĂŒr Informationen zu Rechten und Lizenzbedingungen soll sich in den kommenden Monaten eine eigene Arbeitsgruppe kĂŒmmern, deren Teilnehmer eine zweite ErklĂ€rung [3] (PDF-Datei) unterzeichnet haben. Diese ErklĂ€rung haben aber offenbar zunĂ€chst nur EMI, STIM, PRS for Music, Universal und SACEM mit gewissen Vorbehalten unterzeichnet. Diskutiert werden soll unter anderem auch, die Rechteinhaber-Informationen ganz offen, also auch fĂŒr Nutzer, zugĂ€nglich zu machen, soweit dabei keine internen Informationen offenbart wĂŒrden.

(vbr [4])


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https://www.heise.de/-835970

Links in diesem Artikel:
[1] http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/1548&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en
[2] http://ec.europa.eu/competition/sectors/media/joint_statement_1.pdf
[3] http://ec.europa.eu/competition/sectors/media/joint_statement_2.pdf
[4] mailto:vbr@heise.de