Music Streaming: Telekom will auch Spotify-Dienst bald drosseln
(Bild: Telekom)
Das Unternehmen stellt die EU-Verordnung zur Netzneutralität als Grund für die Beschneidung von Spotify dar.
Die Deutsche Telekom weist in ihrem Blog darauf hin [1], dass es für Kunden, die die Option Music Streaming gebucht haben, künftig beim Spotify-Dienst zu Einschränkungen kommen kann. Wenn der Kunde das im jeweiligen Tarif enthaltene Übertragungsvolumen ausgeschöpft hat, will die Firma sämtlichen Datenverkehr auf 64 KBit/s in Empfangsrichtung und 16 KBit/s in Senderichtung drosseln. Bisher war der Streaming-Dienst ganz von Drosselungen ausgenommen. Nun will die Telekom die Drossel ab dem 28. April 2016 auch auf Spotify ausdehnen.
Bei der Option Music Streaming [2] handelt es sich – anders als der Name suggeriert – keineswegs um eine allgemeine Option für den Musikempfang. Es ist ein Partnerangebot von der Telekom und Spotify [3]: Kunden können sich mit einem Spotify-Abo und der Telekom-Option ganz von der Drosseleinschränkung im Mobilfunk freikaufen. Ab Mai schrumpft die Option der Telekom, sodass der Spotify-Verkehr lediglich nicht erfasst wird, solange man im Abrechnungszeitraum noch ungenutztes Inklusivvolumen zur Verfügung hat. Und der Datenverkehr anderer Streaming-Dienste, etwa von Sound Cloud, Napster, Groove oder Juke, fließt ohnehin wie Surfen, Chatten oder Mailen in Zählung zur Drosselermittlung ein.
Netzneutralität als Argument zur Drosselung
Die Spotify-Drossel gilt nur für das Mobilfunknetz der Telekom und nicht für das Streaming über DSL- und Kabelanschlüsse oder WLAN-Hotspots der Firma. Nach Überschreiten der Volumengrenze kann man die Drossel per SpeedOn-Option [4] kostenpflichtig abschalten. Eine andere Möglichkeit ist der Wechsel auf einen teureren Tarif mit mehr Inklusivvolumen.
Die Telekom schiebt als Grund für die Änderung die umstrittene EU-Verordnung zur Netzneutralität [5] vor und führt dazu auf: "Nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens muss auch der Datenverkehr beim Streamen von Musik gedrosselt werden." Freilich "muss" gar kein Verkehr gedrosselt werden, auch der Streaming-Dienst nicht. Die Deutsche Telekom schöpft lediglich ihre geschäftlichen Möglichkeiten aus, um unter Zuhilfenahme der Volumendrossel teurere Optionen und Tarife zu verkaufen. Letztlich wird so Spotify-Streaming ab der Drosselgrenze im Mobilnetz teuerer. (sts [6])
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[1] https://telekomhilft.telekom.de/t5/Blog/Anderungen-bei-quot-Music-Streaming-quot/ba-p/1792545
[2] https://www.t-mobile.de/apps-und-partner/spotify/0,28014,27435-_,00.html
[3] https://www.heise.de/news/Spotify-Deal-fuer-Mobilfunkkunden-der-Telekom-1695295.html
[4] https://www.telekom.de/hilfe/mobilfunk-mobiles-internet/mobiles-internet-e-mail/speedon-dv
[5] https://www.heise.de/news/Umstrittene-EU-Regeln-zur-Netzneutralitaet-sind-jetzt-amtlich-3025658.html
[6] mailto:sts@heise.de
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