Mondlandemission Peregrine Mission One droht zu scheitern
(Bild: Elena11/Shutterstock)
Die private MondlandefÀhre kÀmpft nach dem Start auf dem Weg zum Mond mit Problemen. Damit steht auch Mexikos erste Mondmission auf der Kippe.
Der privat gebaute Mondlander Peregrine wird die MondoberflÀche wegen einer Störung in seinem Antriebssystem wahrscheinlich nicht erreichen. Das berichtete unter anderem die US-Tageszeitung New York Times am Montagabend mitteleuropÀischer Zeit.
Die erste von der NASA finanzierte kommerzielle Mission, die ein Roboter-Raumfahrzeug auf die MondoberflĂ€che schicken soll, werde es höchstwahrscheinlich nicht bis dorthin schaffen, so die Zeitung [1]. Demnach stieĂ die von dem US-Unternehmen Astrobotic Technology gebaute MondlandefĂ€hre Peregrine kurz nach dem Start auf Probleme. Ein Ausfall des Antriebssystems der LandefĂ€hre lasse den Treibstoff zur Neige gehen und beende höchstwahrscheinlich die ursprĂŒnglichen Ambitionen der Mission auf dem Mond, heiĂt es weiter.
Der Start der Rakete, einer brandneuen Konstruktion namens Vulcan, verlief am frĂŒhen Montagmorgen von Cape Canaveral, Florida, noch reibungslos. Auch wenn es zuvor Aufregung um Teile der Mission [2] gegeben hatte. Mit der Navajo Nation hatte die gröĂte Vertretung von US-amerikanischen Ureinwohnern Kritik daran geĂŒbt, dass mit der Peregrine Mission One auch menschliche Ăberreste auf die MondoberflĂ€che gebracht werden sollen. Den Start der Mission beeintrĂ€chtige dies aber letztlich nicht.
Mexikos erste Mondmission vor dem Scheitern
Mit dem gemeldeten Ausfall des Antriebssystems der LandefĂ€hre droht nun allerdings auch Mexikos historische erste Mondmission [3] zu scheitern. Denn an Bord befinden sich ebenfalls fĂŒnf "autonome Mikroroboter", die im Rahmen der mexikanischen COLEMNA-Mission vom Labor fĂŒr Spezialinstrumente (LINX) der Nationalen Autonomen UniversitĂ€t von Mexiko (UNAM) entwickelt wurden. Diese winzigen GefĂ€hrte haben einen Durchmesser von nur 10 cm und wiegen 60 Gramm. Die Roboter sind mit RĂ€dern, Sensoren und Computern ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, die dĂŒnne AtmosphĂ€re des Mondes zu untersuchen, wie mexikanische Medien berichten [4].
Geplant war demnach, nach Erreichen der MondoberflĂ€che, zunĂ€chst die an Bord befindlichen gröĂeren Rover auszusetzen. Danach sollten die COLEMNA-Roboter mit einem winzigen Katapult auf die MondoberflĂ€che geschleudert werden, wo sie Experimente durchfĂŒhren sollten, um die FĂ€higkeit autonomer Roboter zu demonstrieren, im abrasiven Mondgestein "zu ĂŒberleben". Die mexikanische Raumfahrtbehörde (AEM) hat im Vorfeld erklĂ€rt, dass dieses Projekt Geschichte schreiben wird. Es sei das erste seiner Art in Lateinamerika. Mexikanische Politiker wiederum hatten die Mission angepriesen und betont, wie sie dazu beitragen könnte, die PrĂ€senz des Landes als Raumfahrtnation zu stĂ€rken. Nun könnte es ein bitteres vorzeitiges Ende geben.
(akn [6])
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[1] https://www.nytimes.com/2024/01/08/science/nasa-moon-lander-malfunction-peregrine.html?smid=nytcore-android-share
[2] https://www.heise.de/news/Peregrine-Mission-One-Mondlander-trotz-Kritik-von-US-Ureinwohnern-gestartet-9589798.html
[3] https://www.heise.de/news/Mexikos-erste-Mondmission-schickt-Mikro-Roboter-6473637.html
[4] https://www.elfinanciero.com.mx/ciencia/2024/01/08/de-mexico-para-la-luna-proyecto-colmena-primera-mision-lunar-mexicana-despega-exitosamente/
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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