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Mobilfunkbranche schmiedet globale Allianz gegen Smartphone-Klau

Ben Schwan

Die Initiative, an der sich unter anderem Apple, Google, Microsoft und Samsung beteiligen, will einen Standard gegen Smartphone-Diebstahl etablieren. Bis die Technik auf den Markt kommt, wird aber noch ĂŒber ein Jahr vergehen.

Große Hersteller von MobilgerĂ€ten haben sich zu einer freiwilligen Allianz gegen Smartphone-Klau zusammengetan. Bei der Initiative, die sich "Smartphone Anti-Theft Voluntary Commitment" [1] nennt und vom internationalen Mobilfunkverband CTIA [2] koordiniert wird, machen die Firmen Apple, Google, HTC, Huawei, Motorola, Microsoft, Nokia und Samsung mit. In den USA unterzeichneten zudem die fĂŒnf großen Mobilfunkanbieter die Verpflichtung.

Geplant ist, dass jedes nach Juli 2015 verkaufte Smartphone ĂŒber einen sogenannten Kill Switch verfĂŒgt, mit dem der Besitzer das GerĂ€t nach einem Diebstahl fernlöschen kann. Zudem soll eine Aktivierungssperre implementiert werden, damit ein Dieb das GerĂ€t auch spĂ€ter nicht mehr in Betrieb nehmen kann. Eine Passwortsperre muss sofort nach einem Diebstahl auslösbar sein. Wird das GerĂ€t spĂ€ter aufgefunden, muss es der rechtmĂ€ĂŸige Besitzer wieder freigeben können.

iOS-7-Aktivierungssperre.

iOS-7-Aktivierungssperre.

(Bild: Apple)

Zuvor hatte es Druck seitens der US-Politik gegeben, die Technik in aktuelle GerĂ€te einzubauen und diese zwangsweise zu aktivieren. So gab es GesetzesvorschlĂ€ge auf Bundes- und Staatenebene. Mark Leno, Mitglied im Senat von Kalifornien, begrĂŒĂŸte den Vorstoß. Allerdings kritisierte er, dass die neue Anti-Diebstahl-Allianz die Technik als "Opt-in" plane, die Kill-Switch-FunktionalitĂ€t vom Nutzer also vorher eingeschaltet werden muss, bevor sie aktiv wird. "Das reicht nicht, um StraßenkriminalitĂ€t und gewalttĂ€tige DiebstĂ€hle zu bekĂ€mpfen, bei denen es um Smartphones und Tablets geht."

In den Smartphone-Betriebssystemen von Apple, Google und Microsoft sind Ă€hnliche Schutztechniken schon vorhanden. Mit iOS 7 wurde eine neue Aktivierungssperre [3] integriert, die auch ĂŒber Neustarts und LöschvorgĂ€nge hinaus erhalten bleiben soll. Zuvor hatte es mit "Find My iPhone" seit lĂ€ngerem eine Lokalisierungs- und Löschfunktion gegeben. Unter Android erlaubt der GerĂ€temanager [4] das Setzen eines neuen Passworts, die Ortung des GerĂ€ts und ein Fernlöschen. Auch der Besitzer eines Windows Phone kann sein Smartphone aus der Ferne orten, sperren oder löschen [5]. (bsc [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2171479

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ctia.org/policy-initiatives/voluntary-guidelines/smartphone-anti-theft-voluntary-commitment
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/CTIA_%E2%80%93_The_Wireless_Association
[3] https://www.heise.de/news/Aktivierungssperre-in-iOS-7-Apple-gibt-Tipps-zum-Abmelden-1963713.html
[4] https://www.heise.de/news/Googles-Ortungsdienst-fuer-Android-ab-sofort-verfuegbar-1931881.html
[5] http://www.windowsphone.com/de-DE/How-to/wp8/basics/find-a-lost-phone
[6] mailto:bsc@heise.de