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Mobilfunkbranche einigt sich auf Verhaltenskodex für Mehrwertdienste

Dr. Jürgen Rink

Anbieter von Klingeltönen, die mit dem Download den Kunden ein teures Abo angedreht haben, brachten Mobildienste-Branche in Verruf. Ein Verhaltenskodex soll verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen.

Handy-Spiele und Klingetöne, mit denen ein teures Abo verbunden ist, haben die Mobildienst-Branche in Verruf gebracht. Der berechtigten Skepsis und dem Misstrauen der potenziellen Kunden will die Branche durch einen jetzt verabschiedeten Verhaltenskodex begegnen. Allerdings spricht die Mobilfunkbranche nur von einer freiwilligen Selbstverpflichtung und Richtlinien für das Angebot von Mehrwertdiensten per SMS, MMS oder Online.

Die Initiative der Mobilfunkbranche soll für Preis- und Angebotstransparenz sorgen. Mobilfunknetzbetreiber, -diensteanbieter, Inhalteanbieter und Mediatoren haben den Code of Conduct gemeinsam erarbeitet. Als Treuhänder überwacht Prof. Dr. Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digitalen Instituts [1] in Berlin, die Einhaltung der freiwilligen Selbstverpflichtung. Er überprüft die Angebote der teilnehmenden Unternehmen und streicht Unternehmen, die den Kodex nicht einhalten, aus der Liste der Parteien.

Für Mehrwertdienste haben die Unternehmen im Verhaltenskodex einheitliche Grundregeln eingeführt. Die Regeln sollen für Kostentransparenz und Vereinheitlichung von Bestellung und Kündigung von Abonnements sorgen. Auch soll der Kunden darauf hingewiesen werden, wenn die Kosten für ein Abo einen bestimmten Wert überschritten haben.

Unter anderem verpflichten sich die Teilnehmer zur Einhaltung der folgenden Regeln:

Daneben gelten kundenschützende Regeln zur Anbieter- und Kostentransparenz bei der Bereitstellung von webbasierten Diensten. Bis spätestens 1. Oktober 2006 müssen die Unterzeichner diese Regeln umgesetzt haben. Zu den rund zwei Dutzend Unterzeichnern gehören die vier Netzbetreiber sowie unter anderem Drillisch [2], Jamba [3], Materna [4], Talkline [5] und Wapme [6]. Leider beschränken die beteiligten Unternehmen den Kodex auf Dienste. Die zum Teil undurchsichtigen Mobilfunk-Verträge der Netzbetreiber und Reseller bleiben außen vor. (jr [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-138442

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.deutsches-digital-institut.de/
[2] http://www.drillisch.de/
[3] http://www.jamba.de/
[4] http://www.materna.de/
[5] http://www.talkline.de/
[6] http://www.wapme-systems.de/
[7] mailto:jr@ct.de