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Microsofts Umsatz wÀchst langsamer, Gewinne sinken deutlich

Frank SchrÀer
Schild

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Das nachlassende Cloud-Wachstum und Microsofts Prognose enttÀuschen die Anleger. Das eingebrochene Windows-GeschÀft und Arbeitsplatzabbau belasten das Ergebnis.

Microsoft leidet unter dem Einbruch des PC-Marktes und der hohen Inflation. Das zwar langsamer, aber immer noch deutlich wachsende Cloud-GeschĂ€ft lĂ€sst den Umsatz zwar noch etwas steigen, die Gewinne aber gehen stark zurĂŒck. Die Streichung von 10.000 ArbeitsplĂ€tzen und eine Überarbeitung des Hardware-Angebots kosten das Unternehmen ĂŒber eine Milliarde US-Dollar. TrĂŒbe Aussichten lassen den Aktienkurs ins Minus rutschen.

In den drei Monaten bis Ende Dezember konnte Microsoft seinen Umsatz von 51,7 Milliarden Dollar im Vorjahr [1] um zwei Prozent auf jetzt 52,7 Milliarden Dollar steigern. Das ist das schwÀchste Wachstum seit sechs Jahren. Gleichzeitig sank der Betriebsgewinn um acht Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar und der Nettogewinn sogar um zwölf Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar, wie der Computerkonzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitgeteilt hat.

Diese GeschĂ€ftszahlen lagen noch im Rahmen der Erwartungen, sodass die Aktie Microsofts nachbörslich zunĂ€chst um fast fĂŒnf Prozent zulegte. Allerdings war dies nur eine kurzzeitige Spitze, denn kurz darauf hat sich die Entwicklung des Papiers ins Minus gedreht. Zuletzt notierte die Aktie rund ein Prozent niedriger als zum Ende des gestrigen Börsentages.

Das dĂŒrfte an Microsofts verhaltener Prognose liegen, die das Unternehmen im Anschluss an die Veröffentlichung der GeschĂ€ftszahlen [2] in einer Telefonkonferenz mit Analysten offengelegt hat. Laut Nachrichtensender CNBC [3] erwartet der Konzern im laufenden Quartal UmsĂ€tze zwischen 50,5 und 51,5 Milliarden Dollar. Das liefe auf ein Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent gegenĂŒber dem Vergleichszeitraum 2022 hinaus, als Microsoft 49,4 Milliarden Dollar Umsatz verzeichnen [4] konnte. Marktbeobachter hatten fĂŒr das aktuelle Quartal mit etwas ĂŒber 52 Milliarden Dollar gerechnet und wurden dementsprechend enttĂ€uscht.

Das nachlassende Cloud-Business ist hingegen erwartet worden. ZusĂ€tzlich aber geben die KerngeschĂ€fte mit Windows und Office zuletzt deutlich nach. So verriet Microsofts Finanzchefin Amy Hood, dass das Business vor allem im Dezember stark zurĂŒckgegangen ist. Das betreffe neue Abonnements fĂŒr Microsoft 365 (ehemals Office 365) [5], Windows-Betriebssysteme sowie MobilitĂ€ts- und Sicherheitslösungen.

So sind die UmsĂ€tze mit Windows fĂŒr PC-Hersteller zuletzt um 39 Prozent gesunken, nachdem dieses GeschĂ€ft schon im Vorquartal um 15 Prozent nachgegeben hatte. Das lĂ€sst sich auf den Einbruch des PC-Marktes [6] zurĂŒckfĂŒhren: Ende 2022 wurden ĂŒber 28 Prozent weniger Desktop-PCs und Notebooks verkauft als Ende 2021. Daneben gingen Microsofts GeschĂ€fte mit Xbox-Spielen und -Diensten sowie mit Hardware deutlich zurĂŒck – um zwölf respektive 39 Prozent. Die Einnahmen mit Werbung auf Such- und News-Seiten steigen allerdings weiter an, zuletzt um zehn Prozent.

Die kĂŒrzlich verkĂŒndete KĂŒndigungswelle, durch die Microsoft 10.000 ArbeitsplĂ€tze streicht [7], sowie bislang nicht konkretisierte "Änderungen beim Hardware-Angebot", verbucht das Unternehmen als Ausgabe von 1,2 Milliarden Dollar. Dazu gehören 800 Millionen Dollar Abfindungskosten der Mitarbeiter.

Trotzdem will Microsoft die vor einem Jahr angekĂŒndigte Milliarden-Übernahme von Activision Blizzard [8] durchziehen. In einer Eingabe an die US-Börsenaufsichtsbehörde [9] erklĂ€rt das Unternehmen, dass es mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeite und den Kauf des renommierten Spiele-Publishers noch in der ersten JahreshĂ€lfte 2023 abschließen will. Das dĂŒrfte allerdings noch einige Überzeugungsarbeit erfordern.

Anfang Dezember wurde bekannt, dass die US-Wettbewerbsbehörde FTC Microsofts Übernahme von Activision Blizzard mit einer Klage verhindern [10] will. Auch in Europa wird der Deal kritisch gesehen. Die EU-Kommission fĂŒhrt eine vertiefte FusionsprĂŒfung der RekordĂŒbernahme durch [11], ebenso die britische Competition and Markets Authority (CMA).

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(fds [13])


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[1] https://www.heise.de/news/Dank-Cloud-Geschaeft-uebertrifft-Microsoft-Erwartungen-bei-Umsatz-und-Gewinn-6338479.html
[2] https://www.microsoft.com/en-us/investor/earnings/fy-2023-q2/press-release-webcast
[3] https://www.cnbc.com/2023/01/24/microsoft-msft-earnings-q2-2023.html
[4] https://www.heise.de/news/Microsoft-uebertrifft-Erwartungen-positiver-Ausblick-befluegelt-Aktienkurs-7066317.html
[5] https://www.heise.de/news/Microsofts-Umbenennung-Aus-Office-wird-Microsoft-365-7308244.html
[6] https://www.heise.de/news/PC-Markt-Staerkster-Einbruch-jemals-7458823.html
[7] https://www.heise.de/news/Microsoft-bestaetigt-10-000-Arbeitsplaetze-weniger-7463371.html
[8] https://www.heise.de/news/Microsoft-kauft-Activision-Blizzard-fuer-69-Milliarden-US-Dollar-6331122.html
[9] https://www.sec.gov/ix?doc=%2FArchives%2Fedgar%2Fdata%2F789019%2F000156459023000733%2Fmsft-10q_20221231.htm
[10] https://www.heise.de/news/Microsoft-FTC-will-Activision-Uebernahme-mit-Klage-verhindern-7371413.html
[11] https://www.heise.de/news/Microsoft-Activision-EU-Kommission-vertieft-Fusionspruefung-der-Rekorduebernahme-7334153.html
[12] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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