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Microsoft zeigt in Berlin Flagge

Andreas Wilkens

Der Software-Konzern baut eine neue PrÀsenz in der Hauptstadt auf. Anders als in den Vorzeige-LÀden der Konkurrenz soll es allerdings nicht ums Einkaufen gehen, sondern unter anderem um das Ausprobieren neuer Technik und Start-up-Förderung.

Der Softwarekonzern Microsoft [1] will in einem groß angelegten Zentrum [2] auf dem Berliner Boulevard Unter den Linden Flagge in der Bundeshauptstadt zeigen. Am Dienstag starteten der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Microsoft Deutschland, Christian P. Illek, und die Berliner Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) symbolisch die Umbauarbeiten in dem historischen GebĂ€ude an der Ecke Charlottenstraße möglicherweise mit Beginn der IFA im September abgeschlossen sein sollen. Auf der anderen Straßenseite hat Google sein Quartier aufgeschlagen.

So soll es Unter den Linden 17 einmal aussehen.

(Bild: Microsoft)

Berlin sei fĂŒr die deutsche und europĂ€ische Politik ein wichtiger Standort, aber es handle sich nicht um eine klassische HauptstadtreprĂ€sentanz. Und im Gegensatz zu Flagship-Stores von Konkurrenten wie Apple werden in Microsofts RĂ€umen keine Produkte verkauft. "Wir schaffen hier eine entspannte AtmosphĂ€re, in der sich die Menschen ohne Verkaufsdruck informieren und in Ruhe spannende Produkte ausprobieren können", sagte Illek. Anwender von Microsoft-Produkten können mit Technikern sprechen, wenn sie Fragen zu den Programmen haben oder Probleme lösen wollen.

Microsoft richtet sich mit dem CafĂ© "The Digital Eatery" auch an Passanten, die sich im Erdgeschoss ĂŒber Microsoft-Produkte wie den Tablet-Computer Surface, die Spielekonsole Xbox oder GerĂ€te mit dem Microsoft-System Windows Phone informieren können. Außerdem soll es ein frei zugĂ€ngliches WLAN geben.

Projektleiter Henrik Tesch stellt das Projekt vor. Christian P. Illek (l.) hört zu.

(Bild: vbr)

"Das Konzept des Centers in Berlin ist fĂŒr Microsoft auch weltweit einzigartig" und werde konzernweit beachtet, sagte Illek der dpa. Sein Unternehmen wolle die Menschen unter dem Motto "Get in Touch" mit moderner Technik in BerĂŒhrung bringen. "Die Technik muss sich dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt", sagte Illek. Um diesen Wandel umzusetzen, brauche Microsoft den intensiven Dialog mit den Nutzern.

Im Microsoft Center sollen auch Start-ups in Berlin angesprochen werden. Hier werde ein Anlaufpunkt von Microsoft fĂŒr Start-ups entstehen, in dem Studenten und Entwickler optimale Arbeitsbedingungen vorfinden sollen. Die GrĂŒnderförderung werde neben technischen Themen auch die juristische Beratung und die Kontaktaufnahme zu "Business Angels" umfassen, die den UnternehmensgrĂŒndern mit RatschlĂ€gen bei der Umsetzung ihrer GeschĂ€ftsmodelle zur Seite stehen. Die Start-ups sind nicht verpflichtet, mit Microsoft zusammenzuarbeiten oder dem Konzern zuzuliefern.

Weiterhin sollen in dem GebĂ€ude die rund 30 Microsoft-Mitarbeiter untergebracht werden, die fĂŒr den Dialog mit Politik und VerbĂ€nden in der Bundeshauptstadt zustĂ€ndig sind. Mittelfristig sollen alle 150 Berliner Microsoft-BeschĂ€ftigte dort arbeiten.

Mit der prominenten Lage Unter den Linden wolle man ein Zeichen fĂŒr die Bedeutung des Standorts Berlin setzen, sagte Illek. Auf dem Boulevard seien jeden Tag durchschnittlich 135.000 FußgĂ€nger unterwegs, so dass ein hohes Maß an Aufmerksamkeit gesichert sei. Microsoft investiert in das Vorhaben einen "grĂ¶ĂŸeren einstelligen Millionenbetrag". (mit Material der dpa) / (anw [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1896178

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.microsoft.de
[2] http://blogs.technet.com/b/microsoft_presse/archive/2013/06/25/microsoft-gibt-in-berlin-startschuss-f-252-r-weltweit-erstes-microsoft-center.aspx
[3] mailto:anw@heise.de